Schädlich für die Umwelt

Streusalz: Hundepfoten und Pflanzen leiden auch in Neuenrade

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Streusalz auf den Gehwegen ist keine Seltenheit. Für Hunde kann es allerdings Schmerzen und Entzündungen bedeuten.

Neuenrade - Wenn es schneit, greift so mancher Hausbesitzer oder Mieter schnell nach dem Motto „viel hilft viel“ zum Streusalz. Es ist praktisch und befreit den Gehweg vor dem Haus schnell von Eis und Glätte, was die Sicherheit erhöht. Für die Umwelt, Haustiere, Fahrzeuge und Bauwerke ist das Salz allerdings alles andere als gut.

Verwendet wird zum Streuen von Fahrbahnen meist Natriumchlorid, also herkömmliches, jedoch nicht zum Verzehr geeignetes Kochsalz. Dieses wird entweder pur oder als Salz-Wassergemisch auf die Straße gebracht und bringt das Eis zum Schmelzen. Auch die Stadtwerke Neuenrade streuen die geräumten Straßen mit Salz, um die Sicherheit für Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

Benutzt wird dazu reines Streusalz, andere Mittel wie Sand oder Splitt kommen nicht in Frage, wie Bauamtsleiter Marcus Henninger erklärt: „Das muss auch auf der Straße bleiben. Und die abstumpfenden Mittel würden ja auch alle in der Kanalisation landen.“ Auch die Gehwege, an denen es keine Anlieger gibt oder an Anlagen und stadteigenen Grundstücken streut der Bauhof mit Salz. „Da sind teilweise Fußtrupps oder Mitarbeiter mit kleinen Geräten unterwegs“, sagt Henninger.

Für Haustierbesitzer kann das ein regelrechter Salz-Slalom bedeuten. Bei den täglichen Gassirunden mit dem Hund kann das brennende Streusalz zwischen die Zehen gelangen und starke Schmerzen verursachen. Durch die starken Temperaturunterschiede und den häufigen Kontakt mit Salz trocknen die Pfoten zudem aus und es können sich Risse in den Ballen bilden, die sich im schlimmsten Fall entzünden können. Leckt der Hund die entzündeten Pfoten ab, gelangt das Streusalz zudem in seinen Magen.

Um das Tier zu schützen, sollten gestreute Flächen vermieden werden. Bereits entzündete oder verletzte Pfoten sollten mit einem Hundeschuh geschützt werden. Nach der Gassirunde sollte das Salz abgespült und die Pfoten mit Vaseline oder einer anderen ungiftigen Creme behandelt werden.

Laut Bundesumweltamt gerät etwa die Hälfte des Salzes auf überregionalen Straßen in spritzendem Schnee oder Wasser gelöst auf die Straßenrandböden. Der Rest werde über die Straßenentwässerung entweder versickert oder über Rückhalte- oder Filterbecken in Oberflächengewässer eingeleitet. Aus dem Grundwasser nehmen Pflanzen das Salz schließlich wieder auf. „Bei einem überhöhten Salzgehalt im Boden werden wichtige Nährstoffe verstärkt ausgewaschen und die Aufnahme von Nährstoffen und Wasser durch die Pflanzen erschwert“, erklärt das Umweltbundesamt im Internet.

Auch Bäume und Pflanzen, die oftmals auf Gehwegen stehen, nähmen das Salz mit dem Wasser auf. Die mangelnde Nährstoff- und Wasserversorgung führe langfristig zu Aufhellungen an den Blättern im Frühjahr, Blattrandnekrosen sowie zu vorzeitigem Laubfall. Besonders salzempfindlich sind Alleenbaumarten wie Ahorn, Linde und Rosskastanie. Bei direktem Kontakt mit Salz können Pflanzen sogar verätzen.

Auch an Fahrzeugen und Bauwerken kann das Salz Schäden verursachen. Der Autolack wird laut ADAC zwar nicht angegriffen, ist dieser jedoch durch Kratzer oder Abplatzungen beschädigt, fördert das Salz die Korrosion. Auch das Gummi der Scheibenwischer kann durch Salz porös werden und die Wischblätter schmieren. Laut Umweltbundesamt ist Streusalz zudem besonders für Beton und Ziegelsteine gefährlich. Bei Baudenkmälern gebe es das Problem, dass einmal eingedrungenes Salz nicht aus dem Mauerwerk entfernt werden könne. „Die Beseitigung oder Eindämmung der Schäden verursachen jährlich hohe Kosten“, heißt es auf der Internetseite.

Das Bundesamt empfiehlt daher, abstumpfende statt auftauende Mittel zu verwenden, um das Salz das ins Grundwasser gelangt zu minimieren. In vielen Städten sei die private Nutzung von Streusalz ohnehin nur bei Glatteis und auf Treppen und Rampen erlaubt. Wird der Gehweg zudem schnell vom Schnee befreit, kann dieser nicht festgetreten werden.

Salzfreie Streumittel sind an dem Siegel „Der blaue Engel – weil salzfrei“ zu erkennen. Nachdem der Schnee geschmolzen ist, können sie außerdem wieder zusammengekehrt und für den nächsten Schneefall aufbewahrt werden, was zusätzlich den Geldbeutel schont.

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