Kleinode der Vergangenheit

Horst Hiller spendiert Fundus aus alten Postzeiten ans Neuenrader Stadtmuseum

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Horst Hiller (Mitte) und die beiden Museums-Chefs, Stadtarchivar Rolf Dieter Kohl (rechts) und Heinz Werner Turk.

Neuenrade - Das Neuenrader Stadtmuseum ist eine Erfolgsgeschichte. Zentral an der Ersten Straße gelegen, beherbergt das Museum Schätze, die nicht nur für Neuenrader interessant sind. 

Die Exponate reichen von der Flinte über funktionsfähige Musikinstrumente über Bodenfunde wie eine mittelalterliche, Neuenrader Streitaxt bis hin zur einstigen Wechselgeldmaschine der Busschaffner. Jetzt kommt noch etwas hinzu: jede Menge Exponate des Neuenrader Postwesens, gespendet von Horst Hiller.

Etliche Exponate fürs Museum

Hiller hatte lange Dienst in Neuenrade und Werdohl gemacht, half aber nach der Wende in Ostdeutschland mit, dort entsprechende Strukturen aufzubauen. Und Hiller spendierte dem Stadtmuseum nun etliche Exponate, die er im Laufe der Zeit angesammelt hatte. 

Die ganze Welt – zumindest die von 1937 – in einem Buch, dem Dictionnaire des Bureaux des Postes.

Viel zu spät sei er darauf gekommen, dass man das eine oder andere vor dem Vergessen bewahren könne. Er hätte nicht damit gerechnet, dass das eine oder andere musealen Wert haben könnte. Und so findet sich eben eins jener legendären Ortsverzeichnisse (Dictionnaires des Bureaux des Postes) nun im Neuenrader Stadtmuseum, in dem jeder Ort der Welt verzeichnet ist. 

Es ist natürlich ein dickes, 1800 Seiten starkes Buch, in dem der hinterletzte Winkel Feuerlands aber auch der Neuenrader Höllenstein verzeichnet ist. Aber der wahre Schatz zum Thema Post in Neuenrade und anderswo ist natürlich das Gedächtnis von Horst Hiller. Er weiß zu erzählen, hat Geschichten über das Neuenrader Postwesen genauso zur Hand wie eine Erzählung von der hektischen Zeit in Ostdeutschland. 

Post war früher eine große Nummer

Die Post in Neuenrade war zu früheren Zeiten eine recht große Nummer. Es gab ein Postamt mit Verwaltung, dazu gehörte Balve als sogenanntes Zweigpostamt mit all den Dörfern. 21 Zusteller gabs demnach für Neuenrade, zwei Paketboten und einen der Zeit entsprechende Fuhrpark. 

Für Affeln waren zudem zwei Postboten zuständig. Und wer für die Post arbeitete musst fit sein: „27 Kilometer“, sagte Hiller, sei er zu Zustellerzeiten pro Tag gelaufen. „Da brauchte ich abends nicht mehr joggen“. Zum neuen Museumsfundus kommen nun eine Zustellermütze, Fotografien, Schilder oder auch Uralte Telefon-, Adressbücher.

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