Selbstheilkräfte anregen

Homöopathie-Experte zu Gast in Neuenrade

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Dr. Markus Wiesenauer ist Experte für Homöopathie.

Neuenrade - Einen ebenso unterhaltsamen wie informativen Abend erlebten die zahlreichen Besucher im Kaisergarten am Donnerstagabend. 

Und vermutlich sogar die Globuli-Skeptiker fingen alsbald an, sich Notizen zu machen beim anderthalbstündigen Vortrag von Dr. Markus Wiesenauer zum Thema „Homöopathie für den Notfall in Freizeit, Haushalt und Alltag“. Fast alle Stühle im Saal waren besetzt. 

Der Referent sprach, so formulierte er es selbst, „über die Faszination von ein paar Kügelchen“, die nun schon seit bereits 220 Jahren auf die Menschen wirke. Wichtig war Wiesenauer aber zu betonen: „Es geht darum, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen.“ 

Zusätzlich zum Schmerzmittel einnehmen

So müssten Globuli zusätzlich etwa zum Schmerzmittel oder Antibiotikum eingenommen werden. Die „Kügelchen“ könnten aber auch die Verträglichkeit sogenannter chemischer Arzneimittel steigern. 

Das Publikum war zahlreich zu dem Vortrag von Dr. Markus Wiesenauer erschienen.

Homöopathische Mittel regten die Selbstheilungskräfte im Körper des Menschen an. „Das wirkt oft nicht in drei Tagen, auch nicht in drei Wochen. Und selbst drei Monate sind keine lange Zeit, wenn man bedenkt, wie lange sie schon an einer Krankheit leiden“, sagte der Referent in Bezug auf etwa Wetterfühligkeit, Nervenschmerzen und offene, nicht heilende Wunden.

Aber bei Kreislaufproblemen beispielsweise gehe es schneller: „In solchen akuten Notfällen nehmen sie die Globuli ein paar Tage lang und dann ist oftmals eine Einnahme am vierten oder fünften Tag gar nicht mehr notwendig.“ Denn grundsätzlich gelte: Homöopathische Anwendungen enden immer sofort dann, wenn der Patient sich besser fühlt. 

Verständlicher Vortrag

Wiesenauer sprach bei seinem Vortrag eine Alltagssprache. Manche Zuschauer im Kaisergarten werden vielleicht zum ersten Mal einen Arzt oder Apotheker problemlos verstanden haben. 

Der Referent, der im Auftrag der Gertruden- und der Apotheke am Stadttor zu Gast war, verknüpfte seine Informationen immer wieder mit Scherzen. Etwa betonte er immer wieder: „Was ist die beste Krankheit? Die, die man selbst nicht hat.“ 

Wenn der schwäbische Fachmann Krankheiten aufzählte und jemand aus dem Publikum rief: „Das habe ich auch“, antwortete Wiesenauer in breitesten Dialekt: „Siehscht, Du hättest ruhig scho früher komme könne zum Vortrag.“ 

Dann aber warnte er davor, den Globuli zu viel zuzutrauen: „Das Problem Schwiegermutter beispielsweise kann man nicht lösen mit der Homöopathie.“ Es sei aber keineswegs so, dass „die Kügelchen nur wirken, wenn man daran glaubt - das geht auch so“. 

Wiesenauers Begeisterung fürs Thema war unüberhörbar und wirkte auf viele im Saal ansteckend. Doch der Arzt und Apotheker gestand auch: „Wenn ich mich jetzt nicht bremse, komme ich noch ins Plaudern.“ Dennoch prangerte er an, dass „viele Kranke in unserer Gesellschaft noch arbeiten gehen und die Kinder werden krank in den Kindergarten und die Schule geschickt“. 

Und auch zwischen den Zeilen blieb der Referent kritisch. Bei der Vorstellung eines Mittelchens gegen seelische und körperliche Erschöpfung sagte der Schwabe beiläufig: „Das ist das Richtige für jedes Pflegepersonal.“

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