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Homeoffice gefährdet Versorgung: Nicht nur in Neuenrade kommen weniger Blutspender

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Von: Peter von der Beck

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Die Teilnahme an Blutspendeterminen ist in Corona-Zeiten wichtiger denn je.
Die Teilnahme an Blutspendeterminen ist in Corona-Zeiten wichtiger denn je. © Cedric Nougrigat

Es werden reichlich Blutpräparate für schwer kranke Patienten benötigt. Doch es fehlt an Blut, denn unter dem Strich ist das Spendenaufkommen rückläufig.

Das bestätigt nicht nur Tabea Leibig, die für das Deutsche Rote Kreuz (D)RK) in Neuenrade die Spendenaktionen koordiniert, sondern auch der Sprecher des Blutspendedienstes West, Stephan Küpper. Die Neuenraderin Leibig verweist auf ein gutes Drittel weniger Spendenaufkommen.

Küpper nennt hier keine Zahlen, verweist darauf, dass es regionale und örtliche Unterschiede gebe. Und es habe Landstriche mit sehr guten Spendenaufkommen gegeben, doch unter dem Strich müsse er den negativen Trend bestätigen. Gründe seien zum Beispiel systembedingte Ausfälle. So gab es in früheren Zeiten als verlässliche Quelle immer Firmenblutspenden oder auch Blutspendeaktionen an Universitäten. Doch in Corona-Zeiten würden eben viele Menschen Homeoffice machen oder von zuhause aus studieren. Dadurch fielen viele potenzielle Spender aus oder seien sehr viel schwieriger erreichbar. „Die Spendenfreudigkeit hat gar nicht unbedingt nachgelassen“, so Küpper.

Blutspende auch vor und nach Impfung möglich

Natürlich gebe es auch eine gewisse Verunsicherung, ob man denn in diesen Zeiten spenden könne. Doch Küpper betont: „Bei zehntausenden von Terminen war kein einziger Corona-Hotspot dabei. Blutspenden ist für alle Beteiligten sicher.“ Das gelte für die Spender, aber eben auch für die Patienten. Zudem werde das Blut ja verarbeitet, Blutpräparate würden hergestellt und effektiv gefiltert. Dem Paul-Ehrlich-Institut zufolge sei Blutspenden bei allen derzeit verwendeten Corona-Impfstoffen möglich. Und zwar sowohl vor als auch nach der Corona-Impfung, sofern sich die Person fit fühle. Empfohlen wird allerdings, nach der Impfung einen Tag bis zur Spende zu warten. Und eine Übertragung des Coronavirus ist nach aktuellen Kenntnissen nicht via Bluttransfusionen möglich. Demnach müsse das Spenderblut auch nicht auf eine mögliche Viruslast überprüft werden, heißt es beim Blutspendedienst.

Sprecher Küpper kann jedenfalls über manche Anfragen nur den Kopf schütteln. Eine Frau habe verlangt, dass die Blutkonserven markiert werden sollten – ob das Blut nun von einem Geimpften oder Genesenen stamme.

Behandlung von Krebspatienten

Wichtig ist dem Sprecher zu betonten, dass der Großteil der Blutspenden für die Behandlung von Krebspatienten benötigt werden. „Eine Hüftoperation kann man in der Regel verschieben, aber eine Krebsbehandlung läuft weiter.“ Auch die Neuenrader DRK-Beauftragte Tabea Leibig betont ausdrücklich: „Es gibt eben Operationen, die nicht aufgeschoben werden dürfen.“ Umso wichtiger sei es, dass viel Blut gespendet wird. In Neuenrade besteht dazu in diesem Monat noch an drei Tagen die Gelegenheit.

Spendentermine: Möglichkeiten zur Blutspende im Philipp-Neri-Haus (neben der katholischen Kirche) bestehen am Dienstag, 1. Februar, von 16 bis 20 Uhr und am Mittwoch, 2. Februar, von 10 bis 20 Uhr. In Altenaffeln wird am Montag, 7. Februar, in der Zeit von 16 bis 20 Uhr im Bürgerhaus der dritte Spendentermin durchgeführt. Wer spenden will, muss sich an die 3G-Regel halten. Auch gilt die Maskenpflicht und Abstandsregel. Um Wartezeiten zu vermeiden und das Ansteckungsrisiko zu minimieren, sollten sich Spender über die Online-Terminreservierung (blutspende.jetzt) oder das Servicetelefon (0800/1 194911) einen Termin holen.

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