Kein Weg zu weit für das Sportabzeichen

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Henk Schouten ist 82 und kommt jedes Jahr aus seiner Heimat Holland zum Waldstadion, um sein Sportabzeichen zu machen.

Neuenrade - Ein Auto mit gelben Nummernschild fiel am Mittwoch auf dem Parkplatz am Waldstadion auf. Der 82-Jährige Henk Schouten war extra aus den Niederlanden nach Neuenrade gekommen, um sein 15. Deutsches Sportabzeichen in der Hönnestadt zu machen.

Vor 25 Jahren war Schouten erstmals in Neuenrade, seitdem kommt er immer wieder zurück, um sich hier sportlich zu betätigen. Einige Jahre schaffte er es nicht, weil er an Krebs erkrankt war. Aber es war letztlich der Sport, der ihm zurück ins Leben half.

Trotz seiner 84 Jahre fiel Schouten unter den Sportlern am Mittwoch im Waldstadion kaum auf. „Sport hält mich fit“, sagte Schouten. Schon sein ganzes Leben übte er unterschiedliche Sportarten aus. Ob Judo, Tennis, Golf, Athletikdisziplinen oder Laufen. „Sport ist mir sehr wichtig“, betonte er. 

15 Abzeichen in 25 Jahren

Das Deutsche Sportabzeichen hat er innerhalb der vergangenen 25 Jahre schon 15 Mal abgelegt – ausschließlich in Neuenrade. Die Auszeichnung für überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit wird anhand der vier motorischen Grundfähigkeiten überprüft, und sei damit so vielseitig wie kein anderes Sportabzeichen. Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordinationen werden dabei in verschiedenen Disziplinen geprüft, so dass für jeden etwas dabei ist. Die Anforderungen sind an Alter und Geschlecht angepasst.

Henk Schouten entschied sich diesmal dazu, Ausdauer und Schnelligkeit beim Schwimmen, Kraft beim Medizinballwerfen und Koordination beim Schleuderball zu beweisen.

Dickes Lob für das Freibad

Das Freibad Friedrichstal, in dem er seine Schwimmprüfung absolvierte, lobte er in höchsten Tönen: „Ein Bad mit 25-Meter-Bahnen zum Schwimmen kennt man in Holland kaum. Wir haben fast nur Spaßbäder und das Meer“, sagte er lachend.

Mit 82 Jahren ist er der älteste Teilnehmer nach einem 85-Jährigen Neuenrader, aber er weiß: „Auch im Alter muss man fit bleiben.“ Zehn Jahre litt er an Krebs. Der Sport half ihm dabei die Krankheit zu besiegen. „Mein Körper war von der Krankheit und von der Chemotherapie am Ende“, sagte Schouten, „aber ich habe mich wieder erholt, weil ich viel Sport gemacht habe“. Mittlerweile ist er wieder zurück im Leben und will sich auch weiterhin treu bleiben.

Nichts Vergleichbares in den Niederlanden

Jedes Jahr reist Schouten von Gorinchem (bei Rotterdam) nach Neuenrade und verbringt einige Tage im Hotel Kaisergarten. Wenn er sein Sportabzeichen absolviert hat, schaut er sich die Städte im Umkreis an.

Sein Abzeichen hat er auch in diesem Jahr geschafft und wird es im März erhalten. Er ist zwar nicht der älteste Teilnehmer, aber der mit der weitesten Anreise. Waltraud Krekel vom Stadtsportverband kennt den Niederländer schon lange „Hallo Henk“, begrüßte sie den alten Bekannten im Waldstadion.

Durch seinen Nachbarn bekam er vor vielen Jahren den Tipp in Neuenrade Urlaub zu machen. Seit er damals gemeinsam mit seiner Familie die Hönnestadt besuchte, kommt er immer wieder. „In Holland gibt es kein Sportabzeichen in dieser Form“, sagte Schouten. Auch die übrigen Teilnehmer des Tages kannten den holländischen Sportler und hoffen auf weitere Jahre, die sie sich im Waldstadion treffen, wenn sie ihr Abzeichen ablegen.

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