Hönnequell-Schule verliert Gründungsschulleiterin

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Astrid Wagner-Tillmann leistete Aufbauarbeit.

Neuenrade - Die Hönnequell-Schule hat ihre Gründungsschulleiterin verloren. Astrid Wagner-Tillmann geht aus gesundheitlichen Gründen in den Vorruhestand.

 Bei der Bezirksregierung werden Vorbereitungen getroffen, um die Leitungsstelle neu auszuschreiben und kurzfristig zu besetzen. Stellvertreter Holger Bieda leitet derzeit die Schule, unterstützt von dem Schulleitungsteam.

Mit einem zu Herzen gehenden Schreiben verabschiedete sich die Schulleiterin von Eltern und Schülern und benannte dabei auch öffentlich die Ursache für ihre angeschlagene Gesundheit: „Mit Gründung der Schule traf mich privat ein schwerer Schicksalsschlag, mein Sohn verstarb“. Das habe sie in den Jahren darauf gesundheitlich vor Herausforderungen gestellt und jetzt zur Arbeitsunfähigkeit geführt. Seit dem Frühherbst vergangenen Jahres war sie krank.

 „Nach vielen Gesprächen und schlaflosen Nächten“ habe sie sich deshalb entschieden, in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen, heißt es in ihrem Brief. Gerne hätte Astrid Wagner-Tillmann noch jene Schüler, die Zehntklässler, auf die weiterführende Schule entlassen, die sie als Schulleiterin mit Herzenswärme damals auch als Fünftklässler empfangen habe.

 Gerne blicke sie zurück und freue sich daran, was aus der Schule nun mit viel Engagement und einem tollen Kollegium entstanden sei. Die scheidende Schulleiterin wünscht allen Schülern eine schöne Schulzeit an der Hönnequell-Schule. Und wenn die Schüler den Lehrern am Ende der sechs Jahre sagen könnten, dass sie von der Grundtendenz her gern zur Schule gegangen seien, so hätte man ein wesentliches Ziel erreicht.

 Und den Eltern gibt sie in dem Schreiben mit auf den Weg, dass die Schule pädagogisch bestens orientiert sei, um individuell auf den Lernprozess und die Entwicklung der Kinder einwirken zu können. Das Wohl der Schüler stand bei Wagner-Tillmann im Vordergrund. Immer wieder sagte sie bei verschiedenen Gelegenheiten, dass Schule Spaß machen muss. Dafür wurden und werden an der Schule alle Hebel in Begegnung gesetzt.

So ein Job als Schulleitung ist nicht einfach: Nicht nur, dass an der Hönnequell-Schule ein Team von rund 40 Lehrern zu führen ist, auch 400 Schüler gilt es zu bewältigen. Verhandlungen mit vorgesetzten Behörden, juristische Belange, Kooperationen, Budgets – eine enorme Verantwortung, geht es doch um nichts weniger als die Zukunft von jungen Menschen. Wagner-Tillmann und ihr Team können jedenfalls etwas vorweisen: Eine gut funktionierende, moderne Schule mit einem guten Ruf, fest in Neuenrade verwurzelt.

 Ein Hinweis, dass das alles funktioniert, ist die Lernstandserhebung aus 2015. Da schnitt die Schule überdurchschnittlich gut im Landesvergleich ab. Das weitere Prozedere: Holger Bieda und das im Januar durch eine weitere Abteilungsleiterin verstärkte Team führen die Schule kommissarisch. Es wird bald einen formellen Beschluss der Schulkonferenz zur Ausschreibung der Stelle geben, die Bezirksregierung wird den Job mit dem entsprechenden Anforderungsprofil ausschreiben.

Wie das ausgehen wird, weiß man nicht: Die Aussichten eine Schulleiterin zu finden scheinen nicht schlecht: Die besten Besetzungsquoten auf den Chefsessel haben Sekundarschulen (98 Prozent) und Gesamtschulen (97,6 Prozent), meldete jüngst das Schulministerium.

Von Peter von der Beck

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