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Höllmecke: Bald wieder freie Fahrt

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Von: Peter von der Beck

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Markus Bürger, Polier der Mescheder Firma Salmen, zeigt den Hang, in den schon etliche Anker eingelassen wurden.
Markus Bürger, Polier der Mescheder Firma Salmen, zeigt den Hang, in den schon etliche Anker eingelassen wurden. © von der Beck, Peter

Lange war die wichtige Verbindungsstraße von Neuenrade in Richtung Werdohl und Altena gesperrt - jetzt soll die Höllmecke bald freigegeben werden.

Neuenrade/Werdohl – Rund vier Wochen noch, vielleicht noch ein wenig länger – dann ist wieder freie Fahrt ins Lennetal über die Serpentinen der Höllmecke. Der Unterbau ist fertiggestellt, die Fahrbahn hergerichtet. Es fehlen aktuell noch da, wo es nötig ist, die Leitplanken. Auch Fahrbahnmarkierungen und Leuchtpfosten sind noch nicht vorhanden.

Hangsicherung im unteren Abschnitt

Obwohl die Fahrbahn nun durchgehend vorhanden ist, ist das Durchfahren noch nicht möglich: Im unteren Abschnitt muss noch die Hangsicherung erfolgen. Das bedeutet nicht unbedeutenden Aufwand an Material und Fahrzeugeinsatz. Die komplete Fahrbahnbreite ist für die Arbeiten nötig.

Die Spezialisten von Salmen-Bau aus Meschede sind mit den Arbeiten befasst. Die Truppe hat schon etliche Anker in die Felswand gesetzt. Das bedeutet: Sie haben sechs Meter tief gebohrt, dann kommen Zementmörtel und die Anker hinein. Nach dem Aushärten wird das Netz gespannt und mit Muttern und Platten fixiert.

700 Anker-Elemente werden verbaut

Klare Sache, dass es sich dabei um ein nicht-rostendes und hochfestes Materialgeflecht handelt. Um die Anker-Löcher zu bohren, wird ein Spinnenbagger eingesetzt. „Der kann in den Hang klettern“, sagt Polier Markus Bürger. „Für das Bohrgerät muss die komplette Fahrbahnbreite genutzt werden – um uns abzustützen.“ Rund 700 Anker-Elemente werden in dem Hang verbaut. Dabei werden jeweils zwei drei Meter lange Stangen zu einer sechs Meter langen Stange verbunden. Prognosen für die Fertigstellung wollte Bürger nicht geben. Seitens Straßen NRW sagte Sprecher Andreas Berg: „Wir gehen von Mitte September aus.“

Aufwand und Kosten sind gewaltig

Die Höllmecke musste auf einer Streckenlänge von 1250 Metern zum Teil komplett neu gebaut, vor weiteren Überflutungen geschützt und mit neuer Entwässerung versehen werden. Aufwand und Kosten sind gewaltig: Straßen NRW plant gut vier Millionen Euro für die Wiederherstellung ein. Firma Hilgenroth war mit Großgerät und viel Personal im Einsatz. Der Materialaufwand war enorm: Rund 8000 Quadratmeter Asphaltbefestigung waren aufzunehmen, 5000 Kubikmeter Frostschutzschicht herzustellen, rund 8000 Quadratmeter und 14 Zentimeter dicke Asphalttragschicht waren aufzubringen, rund 8000 Quadratmeter Asphaltbinder (sechs Zentimeter) und hinzu kommen 10000 Quadratmeter Asphaltbeton (vier Zentimeter). Und eben Hangsicherung mit Netzbespannung. Hinzu kommen unzählige Maschinenstunden, Arbeitstunden, „Kleinigkeiten“ wie Durchlassrohre, große Steine zur Straßensicherung, ein Düker für die Unterführung der Bundesstraße. Der Bach musste auch noch verlegt werden.

Sollte ab Mitte September wieder freie Fahrt herrschen, hat die Wiederherstellung und Präparierung der Höllmecke gut 15 Monate in Anspruch genommen.

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