Hochzeitsfeier im Kaisergarten nicht bezahlt - Betrugsvorwurf für Angeklagte nicht haltbar

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Im Amtsgericht Altena wurde die Angeklagten vom Vorwurf des Betruges freigesprochen

Neuenrade - Heiraten ist zumeist teuer. Das gilt auch für die Feier einer eingetragenen Partnerschaft, wie sich jüngst im Amtsgericht Altena zeigte. Die Anklage warf zwei Männern aus Hagen Betrug vor:

 Sie hatten am 5. August 2016 ihre Hochzeitsfeier im Kaisergarten gefeiert und die Rechnung in Höhe von gut 5500 Euro nicht bezahlt. „Das stimmt soweit“, gab der Ältere der Beiden (30) zu und nannte die Gründe: Von Geldgeschenken der Gäste und einem erheblichen Betrag von seiner Schwester seien Anzüge und Ringe sowie Dekomaterialien und der Discjockey für die Feier bezahlt worden.

Vorschuss nicht angenommen

Danach habe er wegen einer chronischen Erkrankung nur noch ein geringes Einkommen gehabt und sei nicht mehr in der Lage gewesen, die vom Preis her „unstreitige“ Rechnung zu bezahlen. Die beiden Brautleute hätten dem Chef des Kaisergartens vor der Feier aber einen Vorschuss von 4000 Euro angeboten, den dieser allerdings nicht habe annehmen wollen. „Man würde sich später einigen“, erinnerte sich der Zeuge an die dazugehörige Erklärung von Engelbert Groke.

"Gehe davon aus, dass Geld für Feier vorhanden ist"

Dessen Aussage wurde letztlich entscheidend für die beiden Freisprüche in dem ungewöhnlichen Prozess: „Ich habe noch nie im Vorfeld kassiert. Ich gehe davon aus, dass das Geld für die Hochzeitsfeier vorhanden ist“, erklärte der Zeuge. Er bestätigte aber, dass die beiden Angeklagten ihm einen Vorschuss von 4000 Euro angeboten hatten, den er aber nicht habe annehmen wollen.

Keine Betrugsabsicht: Freispruch

Die Anklage fiel damit in sich zusammen: „Es gab Zahlungsschwierigkeiten, aber keine Betrugsabsicht zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses“, stellte der Staatsanwalt fest und beantragte zwei Freisprüche. „Der Zeuge hat bestätigt, dass die Beiden eine Anzahlung angeboten haben“, hielt auch Richter Dirk Reckschmidt fest und sprach die Angeklagten frei.

"Wir werden bezahlen"

Alles weitere müsse in einem Zivilverfahren geklärt werden. Die beiden Partner hatten einen kostengünstigeren Vorschlag: „Wir werden Herrn Groke ab nächstem Monat bezahlen mit allem, was uns zur Verfügung steht!“

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