Hitzblech-Stiftung hat gewaltige Summe gesammelt

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Klaus Peter Sasse (li.) scheidet aus dem leitenden Kuratorium aus. Das leitende Kuratorium besteht nun aus Volksbankvorstandssprecher Michael Dommes (2.v.li.), Eberhard W. Hitzblech (3.v. li.), Bürgermeister Antonius Wiesemann und Pfarrer Andreas Schulte (nicht im Bild).

Neuenrade -  Etwa eine halbe Millionen Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Krebs. Und hinter jedem Fall verbirgt sich eine Geschichte. Leidende Familien, Sorgen, Ängste und Nöte gehen mit der Diagnose einher. Auch in Neuenrade gibt es eine Familie, deren Leben sich durch den Krebs maßgeblich verändert hat. 1992 starb der erst 17-jährige Holger Hitzblech und formulierte während seines Kampfes gegen die Krankheit einen Wunsch.

Von Markus Jentzsch

„Mein größter Wunsch ist, solchen Kindern und deren Eltern zu helfen. Deshalb habe ich meinen Vater gebeten, eine Stiftung ins Leben zu rufen, welche diesen Familien oder Familien, welche die teure Behandlung nicht bezahlen können, helfen soll“, schrieb Holger Hitzblech in einem Brief.

Gut zu wissen

Wer sich über die Holger-Hitzblech-Stiftung informieren möchte, findet alle Fakten auf der Homepage im Internet. Spenden können auf das Stiftungskonto bei der Volksbank im Märkischen Kreis eG (BIC: GENODEM1NRD, IBAN: DE43 4476 1534 0050 1462 01) eingezahlt werden.

Eine bewegende Geschichte – mit Folgen. Die Holger-Hitzblech-Stiftung existiert nun seit 22 Jahren und Holgers Eltern, die Kuratoriums-Mitglieder und die vielen Spender werden nicht müde, sich für notleidende Menschen einzusetzen.

Seit Gründung der Stiftung im Jahr 1992 wurden mehr als 700 000 Euro ausgezahlt. Mit fast 200.000 Euro unterstützte die Stiftung direkt Familien, rund 130.000 Euro flossen in ein Schulprojekt der Uniklinik in Bonn. Behandlungen werden finanziert, Finanzmittel fließen regelmäßig in das Kinderhospiz Balthasar in Olpe, medizinische Geräte konnten dank der Zuwendungen durch die Stiftung angeschafft werden – die Liste der unterstützten Einrichtungen und Familien ist lang.

Kuratorium arbeitet zu 100 Prozent ehrenamtlich

Im Gegensatz zu vielen anderen Stiftungen ist in der Satzung der Holger-Hitzblech-Stiftung ein wichtiger Aspekt verankert: Alle Kuratoriumsmitglieder arbeiten ehrenamtlich mit – zu hundert Prozent. Es fallen keinerlei Verwaltungskosten an, Gelder für Werbemaßnahmen sind im Etat nicht vorgesehen. „Kein einziger Cent“, betont Holgers Vater Eberhard W. Hitzblech mit Blick auf die nicht vorhandenen Ausgaben.

Sämtliche Handlungen und Spendengelder dienen nur einem Zweck: notleidenden Menschen zu helfen beziehungsweise Institutionen zu unterstützen.

Klaus Peter Sasse, der dem Kuratorium in seiner Funktion als Bürgermeister seit 1999 angehört, hat im Laufe der Jahre einiges miterlebt. Zum Beispiel erinnert er sich an den Wunsch eines Patienten, der nochmal ein Familienmitglied treffen wollte. Die Hitzblech-Stiftung machte die Reise möglich. Manchmal können es auch kleine Dinge sein, die den Kampf gegen den Krebs etwas leichter machen.

Entsprechend der Stiftungssatzung zählen vier Personen zum leitenden Kuratorium: ein Familienmitglied der Familie Hitzblech, der Bürgermeister der Stadt Neuenrade, der Vorstand der Volksbank Neuenrade und ein katholischer Pastor aus der Gemeinde.

Antonius Wiesemann folgt auf Klaus-Peter Sasse

Im Zuge der Amtsübergabe durch den ehemaligen Bürgermeister Klaus Peter Sasse an seinen Nachfolger Antonius Wiesemann musste die Stiftung aktiv werden und fragte beim neuen Ersten Mann der Stadt nach, ob er bereit wäre, im Kuratorium mitzuwirken.

Am Freitagabend nahm Wiesemann dann zum ersten Mal an einer Sitzung des Vierer-Gremiums teil. Aktuell bilden Eberhard W. Hitzblech, Antonius Wiesemann, Karl Michael Dommes und Pfarrer Andreas Schulte das Kuratorium.

Gelder fließen der Stiftung aus den unterschiedlichsten Quellen zu, wie Elisabeth Hitzblech erklärt. Bei Geburtstagen werde für die Stiftung gesammelt, Industriebetriebe würden ihren Teil ebenso beitragen wie Privatpersonen und Vereine. Selbst in Testamenten wird die Stiftung bedacht.

Im Kampf gegen die heimtückische Krankheit geben Elisabeth und ihr Mann Eberhard W. Hitzblech alles, machen immer wieder auf ihre Projekte aufmerksam und versuchen, so viel Geld wie möglich für die Stiftung und damit für einen guten Zweck zu generieren. Und das seit mittlerweile mehr als 20 Jahren.

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