Von Traktoren und einem Schnellkochtopf

Bauernmarkt in Affeln war ein Publikumsmagnet

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Klein und Groß kamen beim Bauernmarkt auf ihre Kosten, zum Beispiel beim Probesitzen auf einem alten Traktor.

Affeln - Auch der 24. Historische Bauernmarkt war ein Publikumsmagnet. Darauf wiesen die vielen geparkten Autos auf den Grünflächen rund um die Veranstaltung genauso hin, wie die langen Schlangen vor den Eingängen.

„Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, bilanzierte etwa Hubertus Klöwer, der in den vergangenen 21 Jahren für die Organisation des Bauernmarkts verantwortlich zeichnete, bereits am frühen Nachmittag. Für die 24. Auflage hatte zum ersten Mal Sohn Robin in seiner Funktion als 1. Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung historischer Landmaschinen und Geräte die Verantwortung für Planung und Durchführung des Events übernommen. Nervös sei er angesichts der vielen Arbeit aber nicht gewesen: „Ich kenne es ja nur so“.

Für die Besucher gab es in jedem Fall viel zu sehen: „Heuernte damals und heute“ lautete das Motto. Vor allem Trecker-Fans kamen dabei voll auf ihre Kosten. Mehr als 140 Traktoren waren auf einer Wiese aufgereiht, darunter als eines der ältesten Fahrzeuge ein Modell des Herstellers Schlüter, Baujahr 1954.

Besondere Rolle für die Knolle

Auch die Möglichkeit, Kartoffeln selbst ernten zu können, kam bei den Besuchern sehr gut an. Wer die saftigen Knollen der Marke Belana aus der Ackerfurche klauben wollte, musste lediglich einen Kartoffelsack erwerben und konnte loslegen. Manche griffen aber lieber zur bereits verpackten Ware.

25. Affelner Bauernmarkt

Überhaupt spielte der Erdapfel auch in kulinarischer Hinsicht eine besondere Rolle. Für dessen schmackhafte Zubereitung sorgten dabei Christian Leimbach und Alexander Kipp und ihr historischer Kartoffeldämpfer. Im Grunde ist die wuchtige Maschine nichts anderes als ein riesiger Schnellkochtopf, nur mit dem Unterschied, dass dieser mit Buchenholz befeuert wird und rund 40 Kilogramm Kartoffeln innerhalb von 25 Minuten in einen essbaren Zustand verwandeln kann. 

Der Nachschub war in jedem Fall heiß begehrt und auch schnell vergriffen. Bevor die Knollen in den Kochtopf wanderten, wurden sie in einer Waschtrommel gesäubert, die noch per Hand und Drehkurbel betätigt wird.

Trampeltrecker-Börse

Wer die Knolle hingegen verschmähte und stattdessen auf der Suche nach Alternativen war, fand diese in Form eines Spießbratens beim Skiclub Altenaffeln, einer Kartoffelsuppe, gereicht vom Frauenchor, oder in Reibekuchen, die unter anderem die Freiwillige Feuerwehr von der Löschgruppe Affeln zubereitete.

Auch das gab es: Bereits zum achten Mal wurden in der Trampeltrecker-Börse die kleinen Geschwister der großen Landmaschinen angeboten. Thomas Gräb hatte den Gebrauchtmarkt ins Leben gerufen, weil er damals selbst auf der Suche nach einem Mini-Traktor für seinen Sohn war. „Da habe ich erst mal gesehen, wie teuer die eigentlich sind.“

Von den 71 Teilen, die gestern in den Verkauf gingen, waren die Sahnestücke bereits nach einer Stunde weg. „Die Nachfrage ist, wie in jedem Jahr, größer als das Angebot“, weiß Gräb zu berichten.

Mit Ende des Bauernmarkts beginnen bereits wieder die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt und im kommenden Jahr steht dann auch noch das 25-jährige Vereinsjubiläum auf dem Programm. „Aus diesem Grund sind zwischen dem 25. Mai und 3. Juni die Meilertage in Affeln geplant“, so Robin Klöwer.

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