666 Jahre Stadtrechte

„Heute spiele ich den Engelbert”: Klaus Peter Sasse verliest wichtige Urkunde

Gebannt lauschten einige Neuenrader den Worten von Altbürgermeister Klaus Peter Sasse, der sich für die Verlesung der historischen Urkunde extra verkleidet hatte.
+
Gebannt lauschten einige Neuenrader den Worten von Altbürgermeister Klaus Peter Sasse, der sich für die Verlesung der historischen Urkunde extra verkleidet hatte.

Der ehemalige Bürgermeister Klaus Peter Sasse hat der Hönnestadt am Sonntag die Stadtrechte zuerkannt – so wie es Graf Engelbert III. von der Mark im Jahre 1355 ganz offiziell getan hatte.

Neuenrade – Gut 20 Besucher ließen sich das am Sonntagnachmittag vor dem Stadtmuseum nicht entgehen. „Heute spiele ich den Engelbert”, sagte Sasse. Passend dazu trug er ein rot-weißes Gewand mit Neuenrader Stadtwappen und eine schwarze Mütze. Mit erhobener Stimme verlas er auf der Museumstreppe die 666 Jahre alte Schrift.

Die fällt vor allem durch ihre gestelzte Sprache auf, deckt auf relativ wenigen Seiten aber eine ganze Menge ab, darunter auch Strafen. Die Gäste dankten mit Applaus für diesen kurzweiligen Ausflug in die Stadtgeschichte. Vorgelesen hatte Sasse nicht die Original-Urkunde. „Die lagert im Tresor der Sparkasse”, erklärte er.

Gut 20 Besucher ließen sich die Lesung vor dem Stadtmuseum nicht entgehen.

Und überhaupt: Die jahrhundertealte Originalschrift ist für die allermeisten kaum lesbar. Sasse konnte auf die Übersetzung von Dr. Rolf Dieter Kohl bauen, der am Sonntag ebenfalls dabei war. Diese Übersetzung ist in einem Buch abgedruckt, das der damalige Stadtdirektor Josef Wegener dem ehemaligen Bürgermeister Hans Schmerbeck 1976 zu dessen 50. Geburtstag überreicht hatte. Schmerbecks Tochter Barbara Feld habe dieses besondere Buch dem Stadtmuseum zur Verfügung gestellt.

Der offizielle Stichtag zur Stadtgründung wäre übrigens der 25. Juli gewesen. Wegen Corona konnte der Tag da aber nicht gewürdigt werden. Später am Sonntagnachmittag verlas Sasse die Stadtrechte noch ein zweites Mal.

Im Stadtmuseum konnten sich Interessierte noch näher mit der Person Graf Engelbert III. von der Mark befassen. Anhand vieler übersetzter Urkunden wird deutlich, dass ihm das Wohl Neuenrades am Herzen lag.

„Zu den zahlreichen Fördermaßnahmen zählte, dass Engelbert im Mai 1363 das Bierbrauen im Kirchspiel Werdohl verbot und die Werdohler verpflichtete, ihr Bier in Neuenrade zu kaufen. Alles das diente der wirtschaftlichen Stärkung der Stadt und zog – wie nachweisbar – Scharen von Neubürgern an”, schreibt Dr. Rolf Dieter Kohl auf einem Infoblatt. „So wuchs Neuenrade zu einem blühenden Gemeinwesen heran, das alle benachbarten Orte an wirtschaftlicher Kraft und Reichtum übertraf.”

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare