Oma Herta hat ihren Platz

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Herta sinniert. ▪

NEUENRADE ▪ Wer die Dame nur aus den Augenwinkeln sieht, hält sie für echt. Denn sie ist eine typische Erscheinung: Beiges Kleid, dunkle Jacke Schal und Hut, dazu die braune Einkaufstasche, die sie gut festhält, bequeme Schuhe, graue Haare. Es gibt so manche ältere Frau, auf welche die Beschreibung passt. Doch Oma Herta ist aus Beton.

Irmhild Hartstein, die Kiku-Werkstattleiterin, hat Oma Herta in der Garage an der Kiku erschaffen. Der Baubetriebshof hat die Figur jetzt mit maschineller Hilfe zum Standort vor dem Modegeschäft Brockhagen verfrachtet. Die Dame wiegt auch eine Kleinigkeit und bringt mehr als 160 Kilogramm auf die Waage. Schlechtes Wetter, Vogeldreck und andere Dinge braucht sie nicht zu fürchten. Sie ist mit einem speziellen, leicht zu reinigenden Lack überzogen. Ein Bad für Oma Herta von Zeit zu Zeit und diese Kunstfigur im Öffentlichen Raum der Stadt wird wieder wie neu aussehen. Nicht nur diese Betonfigur wird die Neuenrader erfreuen. Es gibt noch einen Reisenden, den Renate Kögel, Abteilungsleiterin Kunst des Forums Neuenrade, erschaffen hat. Der Reisende aus Beton soll eine Bank am Bahnhof zieren. Auch er wird natürlich einen Namen bekommen.

Zum Hintergrund: Ein nicht genannter Sponsor hatte einen Betrag für Kunst im öffentlichen Raum dem Forum Neuenrade zur Verfügung gestellt, Bürgermeister Sasse leierte die Angelegenheit an, sprach mit Irmhild Hartstein. Die machte in Idstein bei dem Künstler Sven Backstein einen Kurs, eignete sich dort die Technik an. Backstein war auch in Neuenrade aktiv, fertigte mit Jugendlichen hier die Chill-Steine an.

Hartstein und Kögel werkelten nun über einen Zeitraum von vielen Monaten, konnten nur arbeiten, wenn es die Witterung zuließ. Denn - bei zu trockener oder zu feuchter Luft, bei zu großer Hitze oder zu großer Kälte kann mit den Betonsorten nicht gearbeitet werden. In diesen Tage wurden die Kunstfiguren fertig. Allein Irmhild Hartstein erschuf Oma Herta in netto 200 Stunden. ▪ Peter von der Beck

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