18 Monate Haft – zur Bewährung ausgesetzt

Symbolfoto.

NEUENRADE ▪ Wegen mehrfachen Diebstahls in besonders schweren Fällen, Diebstahl und Betruges unter anderem in Neuenrade ist ein 25-jähriger Herscheider vor dem Amtsgericht Altena zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Die Strafe wird für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Der Angeklagte gab zu, im Frühjahr 2012 in Neuenrade unter anderem in eine Spielhalle, einen Computerladen und in ein Elektrofachgeschäft eingebrochen zu sein. Besonders im Elektrofachgeschäft richtete er dabei erheblichen Schaden an. Nachdem er mit einem Gullideckel die Scheiben und eine Vitrine zerschlagen hatte, stahl er mit einem Komplizen zwei Fernseher, Navigationsgeräte und Mobiltelefone.

Neben diesen schweren Diebstählen wurde dem Angeklagten vorgeworfen, aus Umkleidekabinen Mobiltelefone, sowie aus einem Fahrradständer ein Fahrrad gestohlen zu haben, um es anschließend zu verkaufen.

Letzter in der Verhandlung vorgeworfener Punkt ist ein Betrug zum Nachteil des Sozialamtes. Der 25-Jährige hatte Einnahmen aus einer vorübergehenden Beschäftigung nicht angegeben und weiterhin finanzielle Unterstützung kassiert. Der Anwalt des Angeklagten gab aber an, dass dies nicht aus böser Absicht geschehen sei, sein Mandant „habe es einfach verpennt“, seine Einnahmen dem Amt zu melden.

Der 25-Jährige gab an alle Taten aus Geldnot begangen zu haben. Aufgrund einer „schweren Zeit“, er sei in einem Heim aufgewachsen, habe er seine Schule und seine Ausbildung zum Gärtner in der Fachrichtung Garten- Landschaftsbau abgebrochen. Mit der Zeit seien dann Schulden angelaufen. Er habe aufgrund betriebswirtschaftlicher Gründe seine Beschäftigung verloren, und musste dann seine Wohnung aufgeben. Der Gerichtsvollzieher sei bei ihm mehrmals vorstellig geworden. Eine Drogen- oder andere Abhängigkeit sei aber niemals Tatgrund gewesen. Der Angeklagte wirkte während der gesamten Verhandlung sehr ruhig, fast schüchtern. Er selbst kommentierte das Urteil nur mit den Worten, dass es ihm sehr leid tue, was er getan habe.

Mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten folgte das Gericht der Staatsanwaltschaft.

Strafmildernd wirkte vor allem das umfassende Geständnis des Angeklagten, und dass er bisher kaum polizeilich in Erscheinung getreten sei. Die zahlreich geladenen Zeugen konnten ohne Anhörung wieder entlassen werden. Außerdem sah das Schöffengericht eine gute Sozialperspektive, auch sein Aufenthalt in der Untersuchungshaft, der abschreckend gewirkt habe, seien strafmildernd gewesen.

Gegen das Urteil wurden keine Rechtsmittel eingelegt. ▪ Von Sebastian Berndt

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