Rückkehr ab 8. Juni

Herausforderung Regelbetrieb: So bereiten sich die Kitas vor

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Neuenrade – „Ich kann momentan überhaupt nicht einschätzen, wie viele Eltern ihre Kinder wieder in die Villa bringen möchten“, stellt Nina Kersting-Dunker fest.

Die Geschäftsführerin der Kindertagesstätte Villa Mittendrin gGmbH, sieht in der Wiederaufnahme des Regelbetriebs in eingeschränktem Umfang ab dem 8. Juni nicht nur aus diesem Grund eine große Herausforderung. 

Die coronabedingten Auflagen sehen unter anderem vor, dass die Mädchen und Jungen in festen Gruppen zusammen sein sollen. „Das ist für eine Einrichtung, deren Konzept offen, also nicht auf die Betreuung in Gruppenräumen abgestimmt ist, nicht leicht zu realisieren“, erklärt die Kita-Geschäftsführerin. So stehe in der Villa Mittendrin beispielsweise ein Turnraum zur Verfügung oder ein Raum, der für Rollenspiele geeignet sei. Die vielfältigen unterschiedlichen Angebote könnten die Kinder sich normalerweise selbst aussuchen und entsprechend nutzen. „Jetzt müssen wir versuchen, jeden Raum so auszustatten, dass es dort verschiedene Beschäftigungs-Möglichkeiten gibt.“ 

Coronavirus in Neuenrade: Kinder kennen feste Gruppenstrukturen nicht

Hinzu komme, dass die Kinder, die in der Villa betreut werden, feste Gruppenstrukturen nicht kennen. „Es wird nicht einfach, den Kindern klar zu machen, dass hier jetzt plötzlich alles anders ist und sie aus ihren Gruppen nicht wie gewohnt heraus können“, ist Kersting-Dunker überzeugt. 

Wie viele der insgesamt 85 Kinder ab dem 8. Juni wieder die Kita besuchen, soll sich in den nächsten Tagen herausstellen. „Wir haben bereits eine Abfrage gestartet“, berichtet die Geschäftsführerin. Erst am Montag habe sie die offiziellen Regeln der Landesregierung für die Wiederaufnahme des Regelbetriebs erhalten. „Deshalb überlegen wir momentan auch noch, wie wir was umsetzen können“, erklärt Nina Kersting-Dunker. So sei zwar das Betretungsverbot für die Eltern aufgehoben worden, dennoch dürften keinesfalls zu viele Eltern gleichzeitig in die Kita gelassen werden. „Da wir zwei Eingänge haben, denken wir deshalb zum Beispiel über eine Art Einbahnstraßensystem für das Bringen und Abholen der Kinder nach.“ 

Vorschulkinder kommen am Donnerstag

Während in diesem Bereich noch geplant wird, ist bereits klar, dass die zwölf Vorschulkinder – sie dürfen ab Donnerstag wieder die Kita besuchen – in der Waldgruppe betreut werden. „Wir möchten, dass sie noch einmal ein Gemeinschaftserlebnis haben können“, sagt die Villa-Geschäftsführerin. Bis zu 15 Kinder dürften in einer Gruppe betreut werden, zudem seien die Coronaschutzauflagen im Freien viel einfacher umzusetzen als in einem geschlossenen Raum. 

Auch in die Kita Wirbelwind am Schütteloher Weg kehren die Maxi-Kinder, es sind dort 21 Mädchen und Jungen, morgen zurück. Kita-Leiterin Monika Batusha denkt darüber nach, die Älteren von Anfang an so aufzuteilen, wie es mit Beginn des eingeschränkten Regelbetriebs ab dem 8. Juni ohnehin erfolgen müsste: „Es macht ja keinen Sinn gleich zwei Mal hintereinander alles durcheinander zu würfeln.“ 

Eltern zunächst noch vorsichtig?

Wie die Gruppen ab Juni letztlich aufgeteilt werden, hänge natürlich auch davon ab, wie viele der insgesamt 69 Kinder wieder in die Kita zurückkehren. „Ich glaube, dass viele Eltern anfangs noch sehr vorsichtig sind. Wenn sie aber von anderen Eltern hören, dass die Kinder wieder zu uns kommen, werden sie sich das vielleicht auch überlegen, und es werden immer mehr werden“, glaubt Monika Batusha. 

Ebenso wie Nina Kersting-Dunker und ihr Team freuen sich auch Monika Batusha und die Wirbelwind-Erziehrinnen auf den Nachwuchs. „Wir hoffen, dass alles gut geht“, sagt Batusha mit Blick auf eine mögliche Ansteckungsgefahr. Denn in einem Punkt sind sich die Kita-Chefinnen einig: Trotz aller Bemühungen können die Abstandsregeln nicht eins zu eins umgesetzt werden. „Wenn beispielsweise ein Kind weint und getröstet werden muss, dann ist das mit Abstand einfach nicht möglich.“

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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