Ferkel im Wochentakt

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Heinz-Georg Wegener kümmert sich jeden Tag um seine Sauen und die neugeborenen Ferkel. ▪

NEUENRADE ▪ Die Woche ist straff durchgeplant im Schweinezuchtbetrieb von Heinz-Georg Wegener: Montags trennt der Landwirt die Ferkel von ihren Müttern, in den folgenden Tagen ferkeln die nächsten neun bis zehn Sauen. Freitags und samstags wird eine Gruppe Sauen besamt. Nur der Sonntag ist „relativ frei“, wie Wegener sagt.

180 Zuchtsauen leben auf seinem Hof, jede von ihnen wirft im Jahr durchschnittlich 27 Ferkel. Um die 4860 Tiere kommen so jährlich auf Heinz-Georg Wegeners Betrieb zur Welt. Ein fester Wochenrhythmus ermöglicht es dem Landwirt, mit dieser Masse fertigzuwerden: Die Sauen sind in Gruppen eingeteilt, sodass jede Woche jeweils neun oder zehn von ihnen ferkeln, besamt werden oder noch tragen.

Regelmäßige Gesundheitskontrollen

Alle vier Wochen geht der Hoftierarzt mit einem Ultraschall-Scanner durch den Stall und registriert, ob die Sauen tragen und ob er Auffälligkeiten wie Zysten an den Eierstöcken erkennen kann. Auch schleichende Krankheiten kann der Veterinär so frühzeitig feststellen und die Leistung der Tiere optimieren.

In Familienbesitz war der Betrieb schon immer, auch Heinz-Georg Wegener hat ihn von seinen Eltern übernommen. „Seit 1770 gibt es den Namen Wegener“, erzählt er. „Die Vorfahren waren auch schon auf dem Hof, hießen aber anders.“ Bis 1999 führte der jetzige Besitzer den Betrieb noch mitten in Altenaffeln. Damit er dort bleiben konnte, musste er 1980 von der Milchviehhaltung auf Schweinezucht umstellen. „Wir konnten einfach kein Milchvieh mehr in der Wohnsiedlung halten und die Kühe durchs Dorf treiben“, erzählt Wegener.

1999 entschied er sich doch, den Ort zu verlassen und baute einen Stall auf seinem Grundstück Vor dem Schorfe. 2002 folgten das Wohnhaus und einige Wirtschaftsgebäude wie das Getreide- und das Futterlager und die Maschinenhalle.

Sohn übernimmt den Betrieb

Die Nachfolgefrage hat sich für Heinz-Georg Wegener und seine Frau Mechthild nie gestellt: Ihr 18-jähriger Sohn Magnus wird später den Hof übernehmen. „Das steht seit dem Kindergarten fest“, erinnert sich Mechthild Wegener. Magnus absolviert eine Ausbildung zum Landwirt, gerade beendet er sein zweites Lehrjahr, das er auf einem Hof in Balve verbracht hat. Im ersten Jahr war er noch auf dem Betrieb seiner Eltern, ein großer Zucht- und Mastsauenbetrieb im münsterländischen Warendorf wird seine Ausbildung beenden.

Die Dimensionen in Warendorf sind andere, als er es von zuhause gewohnt ist: 1100 Sauen und 2600 Mastschweine hält sein Ausbildungsbetrieb. Für das Münsterland ist das durchaus üblich, im Sauerland gehört der Hof seiner Eltern schon zu den größeren Betrieben.

Dennoch kann der Betrieb der Wegeners noch als Familienunternehmen laufen, anders als in Warendorf, wo neben Magnus zwei weitere Azubis und mehrere Angestellte beschäftigt sein werden. „Wir machen das hier noch schön alleine“, sagt Heinz-Georg Wegener.

Von Constanze Raidt

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