Historische Kleinstwagen

Zwei Oldtimer-Freunde mit Benzin im Blut

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Heinz Dauzenroth auf dem Roller mit einem Teil des umfangreichen Fuhrparks.

Neuenrade - Heinz Dauzenroth und Günter Plaßmann schwillt die Brust, wenn sie in der Garage vor den alten Autos stehen. Bei den Kleinstwagen ist so manche Rarität dabei.

Drei der historischen Schätzchen hat Heinz Dauzenroth in den letzten Jahren erworben. Vor elf Jahren hat er mit dem Sammeln der Fahrzeuge angefangen. Eigentlich sind das Rollermobile, die zum Teil auf Motorradtechnik basieren und als preisgünstige Alternative zum Pkw in der Nachkriegszeit angeboten wurden.

Als erstes Fahrzeug konnte Dauzenroth ein Goggomobil mit 13,6 PS, Baujahr 1959, erwerben. Das als „Goggo“ bezeichnete Fahrzeug wurde von 1955 bis 1969 von der Hans Glas GmbH in Dingolfing hergestellt.

Fürs Einsteigen gibt es eine Anleitung

2009 vergrößerte sich der Dauzenroth-Fuhrpark mit einem Messerschmitt-Kabinenroller, Baujahr 1959 und 10,2 PS stark. Das Besondere: Es ist wohl das einzige Fahrzeug, das eine Anleitung zum Einsteigen hat.

So wie hier am „Goggomobil“ gibt es immer etwas zu tun.

Darin heißt es unter anderem: „Haube langsam anheben und nach rechts überkippen, bis die Lederriemen gespannt sind. Sitz hoch schwenken, Lenkung leicht nach rechts einschlagen, rechten Fuß in Fahrzeugmitte setzen, Platz nehmen, linken Fuß hineinsetzen, beide Füße nach vorn setzen und jetzt erst mit beiden Händen an den schrägen seitlichen Rahmenrohren abstützen und Sitz nach vorne schwenken lassen.“

Im Volksmund wurde der Kabinenroller auch als „Schneewittchensarg“ bezeichnet.

Erst in diesem Jahr hat Heinz Dauzenroth eine BMW-Isetta 300, Baujahr 1958 mit 13 PS, erstanden. Das Modell 300 hat eine große Panoramaheckscheibe, feststehende Seitenscheiben und offene Dreiecksfenster.

Der Fuhrpark ist noch nicht ganz vollständig

Der Volksmund bezeichnete die Isetta als „Knutschkugel“ oder wegen der ungewöhnlichen Türkonstruktion auch als „Macht hoch die Tür“ in Anlehnung an das Adventslied. Der Autopark wird vervollständigt durch einen Opel GT/J (Grandtourismus Junior) mit 90 PS, Baujahr 1972. Hinzu kommen soll noch ein Mercedes, der mindestens 30 Jahre alt ist.

Die Motorleidenschaft von Heinz Dauzenroth kommt nicht von ungefähr. Schmunzelnd sagt er, dass er bereits mit 15 Jahren auf einer NSU „Quickly“ (Moped) mit Unterstützung seines Freundes Friedrich Bathe auf der Werdohler Königsburg erste Fahrübungen geschafft habe.

Erst im vorgerückten Alter fand er die Kleinstwagen aus der Nachkriegszeit interessanter.

Das Oldtimer-Duo nimmt auch an Wertungen und Wettbewerben teil.

Mit Günter Plaßmann hat er einen kompetenten Beifahrer und „Schrauber“ bekommen. Beide ergänzen sich bestens, beide haben „Benzin im Blut“ und sind der Garant, dass die meist luftgekühlten Einzylinder-Zweitaktmotoren reibungslos funktionieren.

Das Oldtimer-Duo nimmt auch an vielen Veranstaltungen mit Wertungen teil. Im benachbarten Arnsberg belegte Günter Plaßmann mit dem Goggomobil in seiner Klasse den 1. Platz und wurde Gesamtsieger. Mit der BMW-Isetta 300 kam Heinz Dauzenroth auf Platz zwei.

Mit dem Winter wird es schwierig

Von April bis Ende Oktober sind die Kleinstwagen zugelassen. Danach beginnt für Dauzenroth und Plaßmann eine lange Zeit, die von ihren Ehefrauen als „schwierig“ eingestuft wird, „weil die dann nicht fahren können.“ Das Nichtfahren könnte aber auch den partnerschaftlichen Sonntagausflug betreffen.

„Regnet es noch mittags, dann bleiben die Autos in der Garage“, wissen die besseren Hälften aus eigener Erfahrung zu berichten.

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