Heimische Industrie mit enormen Fachkräftebedarf

NEUENRADE ▪ Der demographische Wandel und der damit einhergehende Fachkräftemangel wird die Wirtschaft in Neuenrade und nicht nur dort mittelfristig nachhaltig beeinflussen.

Und auch die örtliche Wirtschaft ist gehalten, die entstehenden Lücken mit allen Mitteln aufzufangen. Das ist Quintessenz des Wirtschaftsgespräches zu dem die SIHK zu Hagen in den Kaisergarten geladen hatte. Die Moderation übernahm dabei SIHK Vizepräsident Frank Hoffmeister. Der Kammer geht es bei den Wirtschaftsgesprächen darum, den Kontakt zu suchen und am Ort Stimmungsbilder aufzufangen und um für die SIHK und ihre vielen Projekte zu trommeln, um in diesen Zeiten als Unternehmer überleben zu können.

Bürgermeister Klaus Peter Sasse machten den Einstieg, stimmte das Publikum auf die aktuelle wirtschaftspolitische Situation der Stadt ein. Erläuterte wie die Neuenrader politische Angriffe auf die Souveränität der Stadt zweimal erfolgreich abgewehrt hätten, gab strukturelle Rahmendaten wie die traditionell niedrige Arbeitslosigkeit zur Kenntnis und formulierte die altbekannten Schwierigkeiten unter denen die Kommunen heute zu leiden haben. Angefangen bei der „explodierenden Kreisumlage“ bei gleichzeitig wegbrechenden Steuereinnahmen. Er zeigte Mechanismen auf und wie die Stadt gegensteuert, um die Infrastruktur als wichtigen Standortfaktor zu halten.SIHK-Geschäftsführer Hans-Peter Rapp-Frick hatte zuvor, den regionalen Rahmen abgesteckt, ging aber auch auf die aktuellen Geschehnisse und Japan ein: Die Regierungsfähigkeit habe gelitten, die Rohstoffpreise würden drastisch steigen, es gebe Inflation, sowie die Unsicherheiten in der Euro-Zone. Er sagte noch einmal, was wichtig für Unternehmer in diesen Zeiten ist: Planbarkeit und eine ausgefuchstes Energiemanagement. Regionalpolitisches gab es natürlich auch von Rapp-Frick er trommelten noch einmal für „Südwestfalen als Marke“ und den weiteren Ausbau vor allem der Verkehrsinfrastruktur. Das müsse im Wettbewerb mit den Regionen verbessert werden auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels.Die heimischen Unternehmer wie Alexander Klinke blickten auf die Krise zurück und wie sie in Neuenrade erfolgreich gemeistert wurde, ohne jemanden von der Stammbelegschaft zu entlassen. Es gehe gottlob wieder aufwärts. Er habe wieder eingestellt, darunter auch vier ältere Arbeitnehmer. Jene einzustellen, dazu könne er nur raten. Er schilderte aber auch die steten Bemühungen in Neuenrade, jungen Menschen Lehrstellen zu vermitteln. Er verwies auf die Tafel an der Eingangstür des Rathauses, welche aktuell 83 offene Arbeitsstellen aufweise und 23 freie Lehrstellen.Klinke skizzierte aus Unternehmersicht auch die Gefahrenquellen für die gute Konjunktur: Für das Kilo Kupfer bezahlt er nun sechs Euro, vor nicht all zu langer Zeit habe der Preis immer bei 1,50 Euro gelegen. Das an die Kundschaft weiterzugeben gelinge nicht in jedem Fall. Auch für die Energiekosten inklusive üppige Staatsquote hatte er Zahlen parat. Aber Klinke sagte auch „Es gibt Schlimmeres, als in Neuenrade Unternehmer zu sein.Petra Bültmann-Steffin, Chefin eines 120-Mann-Betriebes, in dem Maschinen für die Halbzeugindustrie hergestellt werden, verwies auf den enormen Fachkräftebedarf und dass man nun fleißig suche und mit vielen Konkurrenten, um Ingenieure und Konstrukteure buhle. Und Südwestfalen sei nicht die Marke, welche Mitarbeiter anziehe. (Bericht folgt). ▪ Peter von der Beck

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