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Angst um den Ruf der Region

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Von: Peter von der Beck

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Paul Ziemiak, CDU-Bundestagsmitglied.
Paul Ziemiak, CDU-Bundestagsmitglied. © Krumm

Von Sauerländern zu Sauerländern: Bürgermeister der Region präsentieren in nicht-öffentlicher Sitzung CDU-Chef Friedrich Merz und CDU-Bundestagsmitglied Paul Ziemiak ihre Sorgen.

Neuenrade – Mal abseits der Öffentlichkeit und vielleicht sogar von Sauerländer zu Sauerländern – so eine Gesprächsrunde führten jetzt nicht-öffentlich Paul Ziemiak, CDU-Bundestagsmitglied und Ex-CDU-Generalsekretär, sowie etliche Bürgermeister und CDU-Chef Friedrich Merz im Neuenrader Ratssaal. Die Bürgermeister schilderten ihre Sorgen, Probleme und Nöte rund um die gesperrte A45.

Zuvor hatte Merz „Brückentag“ und sich an der Rahmedetalbrücke einen Live-Eindruck verschafft – unter anderem mit Anwohnern gesprochen (wir berichteten). Ziemiak berichtete im Nachgang, dass Merz dieses Treffen gut und richtig gefunden habe. Er ließ durchblicken, dass man sicher einen anderen Zugang zu den Problemen hier habe, wenn man aus dem Sauerland komme.

Brückendesaster: Hoffen aus Terminplan

Merz und Ziemiak hörten sich alles an, aber hatten wohl nicht in jedem Fall eine Antwort parat. Ziemiak: „Auch wir hätten gerne gewusst, wie lange dieser Zustand eigentlich noch andauern soll. Da haben wir weder vor Ort etwas erfahren, noch konnten wir das den Bürgermeistern sagen. Wir haben immer noch keinen Abschlusstermin.“ Man benötigte mehr Infos, was wann passieren soll.

Wie Arbeitskräfte in die Region holen?

Drei Themenkomplexe hätten bei dem Gespräch im Vordergrund gestanden. Wichtigster Aspekt sei seines Erachtens die Sache mit den Arbeitskräften gewesen. „Da wurde sogar eine Dramatik vermittelt.“ Ohnehin sei es schwierig, Arbeitskräfte aus den Ballungszentren für das Sauerland zu gewinnen. Doch wie solle man unter dieser dramatisch schlechten Erreichbarkeit der Region noch Arbeitskräfte dazu bewegen, sich hier anzusiedeln, hätten die Bürgermeister als Hauptsorge gespiegelt.

Lange Planungsverfahren als schweres Entwicklungshemmnis

Abseits der A45-Dramatik sei das weitere wichtige Thema die Dauer von Genehmigungsprozessen und Planungsverfahren gewesen. Offenbar erweise sich das als starkes Entwicklungshemmnis für die Region. Ziemiak verwies auf den Gesetzesentwurf, den die CDU-Fraktion zum Thema Beschleunigung von Verfahren eingebracht habe und der von der Mehrheit abgelehnt worden sei.

Verfahren von LNG-Terminal eins zu eins auf hiesige Verfahren übertragen

Ziemiak nannte auch das von der Ampelkoalition viel besungene, recht schnell umgesetzte und mit höchstem Selbstlob bedachte Projekt LNG-Terminal, bei dem nun Flüssiggas angelandet werden kann. Dieses Tempo müsse doch auch für die Brücke möglich sein – oder für andere für die Wirtschaftsstruktur wichtige Planungsverfahren. „Das Prinzip, was das LNG-Terminal möglich gemacht hat, sollte sich doch eins zu eins auf die Autobahnbrücke übertragen lassen,“ sagte Ziemiak.

Sorge um Zustand der Ausweichstrecken

Sorgen machten sich die Bürgermeister aktuell auch um all die Nebenstrecken, die nun durch den Ausweichverkehr stark belastet werden. In der Tat: Das bemerken Fußgänger jeden Tag, welche die Bürgersteige an der Ersten Straße oder Bahnhofstraße nutzen, wenn ein Pulk von großen Lkw die Straße entlang rauscht. Der Verkehr ist intensiver geworden.

Ortsumgehung Neuenrade

Ziemiak hörte vor diesem Hintergrund – sicher von Bürgermeister Antonius Wiesemann – dass man die Ortsumgehung Neuenrade weiter als Priorität sehen möge. Die Umgehung befindet sich kurz vor dem Planfeststellungsverfahren. Wiesemann selbst wollte der Presse nichts zu den Gesprächsinhalten sagen, da er zur Veranstaltung nicht eingeladen hatte – er verwies auf Paul Ziemiak.

„Strahlt Souveränität aus“

Nachrodt-Wiblingwerdes Bürgermeisterin Birgit Tupat berichtete aber durchaus: Sie habe drauf hingewiesen, dass seit 20 Jahren an der neuen Nachrodter Bundesstraßenbrücke geplant werde. Und von Friedrich Merz hatte Birgit Tupat durchaus einen guten Eindruck. „Er strahlt Souveränität aus“, sagte sie auf Anfrage.

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