Heimat fasziniert Schüler

NEUENRADE ▪ Heimatgeschichte und deren Artefakte faszinieren die Grundschüler. Ein Mädchen war ganz begeistert von der Trille. Jenem rotierenden Straf-Käfig, welcher für kleine Vergehen anno dazumal eingesetzt wurde.

„Da kam man rein, wenn man ganz stark gelästert hatte“, sagte das Mädchen. Auch von dem Glockenturm der einer Kirche zeigte man sich sehr angetan und war erstaunt, dass man die Uhr dort per Hand aufziehen musste. Bei ihren heimatkundlichen Exkursionen hatten sie all diese Dinge besichtigt. Und all das erzählten die Kinder dem Stadtarchivar gestern Vormittag in der Villa am Wall. Dr. Rolf Dieter Kohl ging gut auf die Kinder ein lud sie ein, ein paar Runden mit der Trille zu drehen. „Ich habe ja den Schlüssel dafür“.

Andere Kinder fanden bei ihrem Besuch in der Villa am Wall die alten Klassenfotos vom Anfang des 20. Jahrhunderts gut, aber „beeindruckend“ fanden sie die Stadtgründungsurkunde mit dem Siegel. Auch schön fanden die Kinder das Foto des Nachtwächters, dem Herrn Lampe.

Es waren die Schüler der 3e und der 3d der benachbarten Burgschule, die - gut vorbereitet durch heimatgeschichtlichen Sachunterricht - zu Dr. Kohl gegangen waren. Es war der Abschluss dieser Unterrichtseinheit. Dr. Kohl freut sich über den Besuch der wissbegierigen und eifrigen Schüler. „Ich bin erstaunt, wie viele perfekte Antworten ich von den Kindern bekomme“. Und es sind nicht allein die Grundschüler, welche sich neuerdings für die Neuenrader Stadtgeschichte interessieren. Auch bei der Waldorfschule gebe es derzeit ein Arbeitsgruppe, die sich mit der Heimatgeschichte befasse. „Es gibt offensichtlich einen Boom. Das freut mich“, sagte Kohl.

In der Wall-Villa wird sehr viel heimatgeschichtliches Material, wie Bücher und Nachlässe archiviert. ▪

Peter von der Beck

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