Hegering hofft auf Gesetzesänderungen

Forst-Amtmann Klaus Kermes (l.) ehrte im Kaisergarten die erfolgreichsten Jäger.

Neuenrade - Gleich zu Beginn der Jahreshauptversammlung des Hegerings Werdohl-Neuenrade ließ der Vorsitzende Jörg Sommer am Freitag mächtig Dampf ab.

Er kritisierte die ehemalige rot-grüne Landesregierung und ihren Umweltminister. Sie habe nicht nur den Jägern, sondern auch den Schützenvereinen und -bruderschaften das Leben schwer gemacht.

Er hoffe, dass mit der neuen Landes- und Bundesregierung in der nächsten Zeit wieder vernünftige Verhältnisse geschaffen würden, sagte Sommer. Der Koalitionsvertrag der Großen Koalition sehe Änderungen im Bundesjagdgesetz vor. So sollen die Bestimmungen zum Erwerb des Schießnachweises geändert werden. Momentan sei es ein Leistungsnachweis bei dem die Bewerber von 9 Schüssen auf den Keiler mindestens 50 von 90 Ringen erzielen müssten.

Diese Bewertung solle voraussichtlich entfallen; die erreichte Ringzahl solle dann nicht mehr berücksichtigt werden. Damit wird aus dem Leistungsnachweis ein reiner Übungsnachweis.

Zudem plane die Große Koalition bundeseinheitliche Regelungen für Jagdmunition. Ziel sei es, die Tötungswirkung zu optimieren und den Bleieintrag ins Wildbret zu minimieren.

Vor zahlreichen Mitgliedern im Hotel-Restaurant Kaisergarten nannte der Vorsitzende die Abschusszahlen von Wildschweinen und Füchsen. Diesbezüglich waren die Mitglieder des Hegerings auch im vergangenen Jahr erfolgreich. Insgesamt wurden 126 Füchse erlegt, ein Jahr zuvor 121; bei den Dachsen waren es 23 (32). Die Jäger brachten 23 Hasen zur Strecke (20). 20. Kaninchen wurden nicht geschossen, eines wurde überfahren.

Beim Schwarzwild sah die Abschusszahl schon ganz anders aus: Im vergangenen Jahr wurden 396 geschossen, im Vorjahr waren es deutlich weniger (254). Die 396 erlegten Wildschweine wurden in Gruppen eingeteilt. Bei den Keilern lag die Abschussquote bei 7,6 Prozent, bei den Bachen bei 5 Prozent, bei den Überläufern bei 26 Prozent und bei den Frischlingen 61,4 Prozent.

Mit Blick auf die Abschusszahlen wies der Vorsitzende auf die Trophäenschau hin: Im Saal waren Gehörne von Rehböcken und Keilerwaffen, Eckzähne von Ebern, ausgestellt und vorab bewertet worden. Die Ehrung der erfolgreichsten Jäger nahm Forst-Amtmann Klaus Kermes vor. Bei den Rehgehörnen holte sich Hakan Genc die Goldmedaille, Silber ging an Andre Peters, Bronze an Eberhard Schulte. Bei der Bewertung der Keilerwaffen holte sich Volker Hosse die Goldmedaille, Silber ging an Mark Weber und Bronze an Dennis Franke.

Geehrt wurden an diesem Abend auch die Mitglieder des Hegerings für langjährige Vereinszugehörigkeit. So wurden für 25-jährige Mitgliedschaft Norbert Köller, Markus Deitmerg, Georg Kischporski und Ulrich Maiworm geehrt. 40 Jahre im Verein sind Gert-Alfred Middendorf und Antonius Wiesemann, seit 60 Jahren gehören Reinhard Dowy, Friedrich-Wilhelm Hohage und Dieter Koch dazu. Die Jubilare erhielten jeweils eine Vereinsnadel und Urkunde durch den Vorsitzenden Jörg Sommer und der Kreisjäger-Meisterin Maria Watermann.

Eine besondere Ehrung erhielt Dieter Koch. Er ist nicht nur seit 60 Jahren Mitglied, sondern habe auch unermüdlichen Einsatz im Hegering und in der Bläsergruppe gezeigt. Dort ist der 80-Jährige auch heute noch aktiv. Die Gruppe sorgte am Freitag für den musikalischen Rahmen.

Interessant war der Vortrag des Kreisveterinärs Dr. Jobst Ulrich Trappe zum Thema „Afrikanische Schweinepest“. Noch sei die Krankheit nicht in Deutschland angekommen, doch sie komme näher. Dr. Trappe erklärte, dass die Schweinepest nicht auf Menschen übertragbar sei. Es gebe bisher keine Impfung. Man könne nur vorbeugend das Schwarzwild reduzieren.

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