Seit Bekanntwerden der 10.000-Euro-Vermittlungsprämie

Zwei Headhunter und ein Arzt melden sich beim Bürgermeister

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Nicht nur im Rathaus machen sich die Neuenrader Gedanken, um Ärzte für Neuenrade zu begeistern.

Neuenrade - Immerhin: Ein Arzt und zwei Personalvermittlungsunternehmen meldeten sich mittlerweile im Büro des Bürgermeisters.

Der eine interessierte sich wohl für die Rahmenbedingungen in Neuenrade, die Personalvermittler sind wohl Headhunter, wie sie im Wirtschaftsjargon genannt werden. Der Bürgermeister will jedenfalls zu dem Arzt Kontakt aufnehmen. Und die Personalvermittlungsagenturen wollten wohl auch aktiv werden.

Ansonsten blieb es seit Bekanntwerden der 10.000-Euro-Vermittlungsprämie für jene, die einen Arzt nach Neuenrade holen, noch recht ruhig. Der Bürgermeister erwartet sich hier aber durchaus mehr Resonanz. Noch bleibe er halbwegs gelassen, denn auch die älteren Ärzte würden ja noch praktizieren. In der Tat gibt es die Altersgrenze für Ärzte, die früher einmal bei 68 Jahre lag, schon länger nicht mehr. Wann ein Arzt tatsächlich aufhört, lässt sich daher nicht vorhersagen.

Bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ist man sich der generellen Problematik bewusst, sagt Sprecher Jens Flintrop. Im „Mittelbereich Werdohl“ sei bereits mehr als die Hälfte der Hausärzte 60 Jahre alt. Etliche dürften in Pension gehen und angesichts „einer schwierigen Nachwuchssituation“ könne sich die Situation eventuell problematisch gestalten.

Und nicht von ungefähr steht Neuenrade aktuell auf der Liste mit weiteren 25 Städten, wo „dringender Versorgungsbedarf“ besteht. Wer sich als Hausarzt dort – zu den Städten zählen auch Werdohl, Menden und Nachrodt-Wiblingwerde – niederlassen möchte, der kann hier Antrag auf üppige Fördermaßnahmen stellen. Unter anderem gibt es eine Umsatzgarantie für ein Jahr. Schon jetzt besteht übrigens in dem „Mittelbereich Werdohl“ eine Unterversorgung. Die Verhältniszahl für Hausärzte liege bundesweit bei rund 1670 Einwohnern je Hausarzt.

Der Bereich Werdohl-Neuenrade hat rund 30 000 Einwohner und laut KV 15 Hausärzte – entsprechend unterversorgt ist die Region schon jetzt. Rein statistisch sind daher jetzt schon 5000 Menschen aus dem Mittelbereich Werdohl nun schon quasi ohne Hausarzt.

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