Hausverkauf geplant: Asylbewerber ziehen um

NEUENRADE ▪ Die Stadt Neuenrade will sich von ihrem Asylbewerberheim an der Dahler Straße 42 trennen. Ein geschätzter Veräußerungsgewinn von 120000 Euro ist bereits im Haushaltsplan 2012 eingebucht.

Es ist eine strategischer Verkauf. Denn, wie es in verschiedenen Sitzungen hieß, herrsche bei dem Gebäude erheblicher Sanierungsbedarf. Vom Fass ohne Boden, ist die Rede und Kurt Maurer, bei der Verwaltung für Soziales zuständig, sagte, dass dort „ständig etwas kaputt gehe“. In der Tat scheint das Gebäude sehr abgewirtschaftet.

Wo die betroffenen Asylbewerber – laut Maurer meist Junggesellen – unterkommen sollen, steht schon fest. Sie werden in das Gebäude der „Woge“ an der Brunnenstraße 1 ziehen. Das fungiert ebenfalls als Asylbewerberheim der Stadt Neuenrade. Dort sei ohne hin Platz satt. Das Gebäude stehe fast leer. Über 60 Personen könne man dort unterbringen. Für Familien mit Kindern werde zudem meist eine besondere Lösung gesucht.

Die Zahl der Asylbewerber, die in Neuenrade unterkommen sollen, ist im übrigen schwer kalkulierbar. Das könne sich von heute auf morgen ändern, sagte Maurer. Grundsätzlich hänge die Zahl der Asylbewerber schlicht von der weltpolitischen Lage ab. Maurer bestätigte, dass es derzeit viele Asylbewerber aus den Revolutionsländern des arabischen Raumes gebe. Doch unter dem Strich sei es derzeit offensichtlich relativ ruhig.

Die Asylbewerber und die Geduldeten sind über die Stadt krankenversichert. Das steht so im Gesetz. Die Stadt gibt Krankenscheine aus, die zentral abgerechnet werden und am Ende aus der Haushaltskasse beglichen werden müssen. Dabei gibt es nach Auskunft von Maurer eine Besonderheit. Bei der Abrechnung würden die Behandlungskosten nicht unter die Budgetierung der Krankenkassen fallen. So schwanke auch der Zuschussbedarf von Jahr zu Jahr – je nach Krankenstand.

Schwierig ist es, die Asylbewerber oder Asylanten in Lohn und Brot zu bringen. Sie dürfen aus rechtlichen Gründen nicht, oder müssen sich als Nicht-EU-Bürger bei der Schlange der Arbeitssuchenden hinten anstellen.

Doch – und darüber freut sich Maurer offensichtlich – sei es ihm in einige Fällen gelungen, Menschen aus diesem Personenkreis in Lohn und Brot zu bringen, sodass sie komplett aus dem Leistungsbezug herausgefallen seien und nun ihr Leben eigenständig führten. ▪ Peter von der Beck

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