Hausrat anno dazumal

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Auch Tabakspfeifen gehörten damals durchaus zum Hausrat.

Neuenrade -Dröppelminna, Bügeleisen mit der Möglichkeit glühende Stäbe zu laden, zig Jahrzehnte alte Nickelbrillen, Ölkännchen, hölzerne Kaffeemühlen – all das waren einmal Hauhaltsgegenstände, die nicht unbedingt immer museumsmäßig gewürdigt werden.

Dr. Rolf Dieter Kohl hat aber nun mit vielen Leihgaben eine liebevolle Ausstellung zusammengestellt, die allerdings etwas übersichtlich in zwei Vitrinen, im Foyer des Rathauses zu finden ist. Dennoch lohnt sich ein Besuch.

Denn mit der Ausstellung werden auch Standesunterschiede dokumentiert. Allein schon an der Art der Dröppelminnas (Kaffeekannen) lässt sich sehen, ob denn ein Haushalt dem großbürgerlich Spektrum zuzuordnen ist oder auch nicht...

Apropos kaffeezubereitung: "Es sollte noch gut einhundert Jahre dauern, bis der moderne Mensch in der Lage war, mit Hilfe einer unscheinbaren Aluminiumkapsel (...) einen exotische anmutenden Kaffee auf Knopfdruck herzustellen.“, sagte Kohl im Rahmen seiner Ausstellungsrede. Der Stadtarchivar Neuenrades, der zum Führungstrio des Stadtmuseums gehört und auch Chef des Heimatvereins ist, hat viel Arbeit hinein gesteckt. Dabei konnte er auch auf die Exponate von Edith Gerdes zählen, die eben eine gewisse Sammelleidenschaft für derartige Dinge hegt.

Anlass der Ausstellung – Historischer Hausrat aus altem Neuenrader Familienbesitz – war eine Nachfrage anlässlich des Besuches des Heimatvereins im Herscheider Museum, ob man das denn nicht auch in Neuenrade zeigen könne. Und so hat sich Dr. Kohl das Ansinnen zu Herzen genommen und flugs die Ausstellung konzipiert. Dr. Kohl wäre bereit, Bürger, gerne auch jüngere Bürger, nach Absprache durch die Ausstellung zu führen und diese versunkene Welt zu zeigen und zu erläutern.

 Auch Bürgermeister Antonius Wiesemann war zur Ausstellungseröffnung erschienen und würdigte die Leistung des Historikers, der bereits die dritte Ausstellung im laufenden Jahr fürs Rathausfoyer konzipiert hatte. „ Eine Bereicherung für die Stadt und für das Rathaus“. Die Ausstellung ist zu den Öffnungzeiten des Rathauses bis Ende November zugänglich. - Von Peter von der Beck

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