Traditionsgaststätte im MK

Kauf von Gasthof Zur Post: Harun und Hakan Cici wünschen sich deutsches Restaurant

+
Das Gebäude an der Ecke Werdohler Straße/Poststraße ist in den Jahren 1904 bis 1906 erbaut worden. Jetzt wollen Harun und Hakan Cici in die Modernisierung investieren. Im Idealfall soll dort dann ein Pächter ein deutsches Restaurant mit Thekenbetrieb eröffnen.

Neuenrade – Harun Cici sieht in dem Gebäude ein „Traumobjekt im Herzen der Stadt Neuenrade“. „Und daraus können und möchten wir wieder etwas machen“, erklärt der Immobilienkaufmann aus Werdohl.

Die Cici GmbH – Harun Cici führt die Geschäfte gemeinsam mit seinem Sohn Hakan – hat den Traditionsgasthof Zur Post gekauft. Die Werdohler wollen in das Gebäude investieren und es anschließend verpachten. 

Mit dieser Vorgehensweise hätten die Immobilienkaufleute in Werdohl bereits positive Erfahrungen gemacht, berichtet Harun Cici: „Das Alt Werdohl läuft sehr gut.“ Und dass das finanzielle Engagement der Cici GmbH dem Stadtbild grundsätzlich gut tut, ist nicht nur an der Musikkneipe an der Freiheitstraße der Nachbarstadt, sondern auch an der Neustadtstraße auf den ersten Blick ersichtlich: Dort haben die Cicis das ehemalige Haus Landscrone zugunsten des neuen Eiscafés „Heiß auf Eis“ komplett umgekrempelt. 

Restaurant mit Thekenbetrieb oder Pizzeria

Für den Gasthof Zur Post wäre Harun Cici „ein gutes, deutsches Restaurant mit Thekenbetrieb am liebsten“. Alternativ könne er sich in dem Gebäude eine Pizzeria vorstellen. Auch ein besonderer Getränkemarkt sei denkbar. „Die Hauptsache ist, dass wir das Gebäude wieder beleben“, unterstreicht er. Zuvor müsse natürlich Geld in die Modernisierung fließen. Gerne würde der Immobilienkaufmann diese auch in Absprache mit dem neuen Pächter in Angriff nehmen: „Dann könnten wir auf seine Wünsche eingehen.“ Hakan Cici ergänzt: „Wenn jemand mit einer Idee zu uns kommt und wir darin Potenzial sehen, dann sind wir bereit zu investieren.“ Das gelte nicht nur für das Objekt in Neuenrade, sondern grundsätzlich. „Wir engagieren uns bei Projekten, in denen Leidenschaft und Herzblut steckt“, sind sich Vater und Sohn einig. 

Harun Cici (links) und sein Sohn Hakan haben die Traditionsgaststätte Zur Post gekauft.

Zum ehemaligen Gasthof Zur Post gehören neben dem Schankraum und der Küche ein kleiner Saal, ein großer Saal sowie eine Kegelbahn und zwei Wohnungen. 

Bald wieder ein Treffpunkt für Gruppen und Vereine?

„Es wäre doch schön, wenn dort für Vereine, Gruppen und Kegelclubs wieder ein schöner Treffpunkt entstehen würde“, stellt Harun Cici fest. Sein Sohn erklärt: „Wir möchten auf ein modernes Konzept setzen, damit sich auch die jüngere Generation wohlfühlt.“ 

Wann sich am Gasthof Zur Post etwas tut, hänge von der DRK-Kleiderkammer ab, die sich seit November 2015 in den Räumen der Gaststätte befindet. „Wir möchten dem DRK auf jeden Fall Zeit geben, um eine andere Lösung zu finden. Es kommt nicht auf einen Tag an“, unterstreicht Harun Cici. 

Kleiderkammer sucht bereits neue Räume

Auf Anfrage der Redaktion zeigt sich Rotkreuzleiterin Maria Brockhagen zuversichtlich, dass sich aus einem Umzug wohl kein allzu großes Problem für das DRK in Neuenrade ergeben würden: „Wir sind bereits auf der Suche nach neuen Räumen.“ Wobei die Größe der bisherigen Kleiderkammer natürlich schon sehr besonders sei: „Vermutlich werden wir uns wohl etwas einschränken müssen.“ 

Der Gasthof Zur Post hat eine lange Tradition: Gastwirt Friedrich Dickehage hatte das Gebäude an der Ecke Werdohler Straße/Poststraße in den Jahren 1904 bis 1906 erbaut. Die Anfänge der Dickehage’schen Gastwirtschaft reichen aber bis um 1870 zurück. Damals befand sich die Gaststube in einem Bauernhaus am Standort des heutigen Ärztehauses, also gegenüber. Ihren Namen bekam die Traditionsgaststätte in Anlehnung an das kaiserlich-preußische Postamt, das sich wiederum schräg gegenüber des heutigen Gasthofes befand. Vom Gründer ging der Schankbetrieb auf dessen Sohn Friedrich Wilhelm Dickehage über. Nach seinem Tod im Jahr 1955 führte Wilhelm Dickehage junior die Wirtschaft zunächst gemeinsam mit seiner Mutter, dann mit seiner Ehefrau Ulla weiter. Ungezählte Geburtstage, Hochzeiten, Ehejubiläen und auch Trauerfeiern hat das Haus an der Werdohler Straße erlebt. Es war Heimat von vielen Vereinen und Kegelclubs. 

Wirtsleute Dickehage machen im Februar 2003 Schluss

Im Februar 2003 hatten sich die Wirtsleute Dickehage in den Ruhestand verabschiedet und die Gastwirtschaft verpachtet. Doch an die Gästezahlen von „Willem“ und seiner Frau Ulla konnten die Pächter nicht anknüpfen – und so kam es zur Nutzung des Gebäudes durch das DRK. 

Der bisherige Inhaber Wilhelm Dickehage hofft natürlich darauf, dass der Gasthof Zur Post noch einmal zu seinem alten Glanz zurückfindet. „Schließlich bin ich in diesem Gebäude groß geworden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare