Firmen suchen potenziellen Nachwuchs

Handwerkertag in der Hönnequell-Schule kommt sehr gut an

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An einzelnen Ständen drubbelten sich die Schüler.

Neuenrade -  Acht Handwerksfirmen aus Neuenrade hatten am Mittwoch in der Aula der Hönnequell-Schule im Rahmen des ersten Handwerkertags ihre Infostände mit Laptops, Tabletts, Image-Broschüren und Anschauungsmaterial aufgebaut. Sie trafen dabei auf 70 Schülerinnen und Schüler.

 Die zeigten sich höchst interessiert, zudem waren sie im Vorfeld mit Hintergrundinformationen zu den Ausstellern versorgt worden. Schriftliches Material hatten sie zur Verfügung, zudem konnten sie sich im Netz informieren. Aus den drei Jahrgangsstufen 8 bis 10 stammten die Schüler. Sie waren auf der Suche nach Praktikumsplätzen oder suchten konkret eine Lehrstelle. Umgekehrt genauso, jeder Aussteller hatte zum Teil mehrere Lehrstellen zu vergeben, alle suchen die Nähe zum Nachwuchs. 

Hoher Bedarf an Fachkräften

Der Handwerkertag soll ein ergänzendes Angebot zur Berufsorientierungsmesse (Bom) in Werdohl sein, sagte Eva Päckert. Sie leitet die Hönnequell-Schule und ist Veranstalterin. Schon in den Jahren zuvor war der Bedarf des Handwerks an so einer Veranstaltung signalisiert worden, Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) hatte sich ebenfalls bei Päckert dafür stark gemacht. Jetzt konnte die Schule das Projekt realisieren. Klaus Filter, beim Stadtmarketingverein Leiter der Projektgruppe Handwerk und Inhaber eines Elektroinstallationsbetriebes nebst Einzelhandelsgeschäft, präsentierte seinen Betrieb ebenfalls in der Aula. Er begrüßt diese kleine Handwerkermesse ausdrücklich. Denn bei sehr gut laufender Konjunktur im Handwerk sei der Fachkräftebedarf nach wie vor das große Thema.

Handwerkertag in der Hönnequell-Schule

 Insbesondere der Ausbildung komme vor diesem Hintergrund eine enorme Bedeutung zu. „Derartige Veranstaltungen sind wichtig, um das Image des Handwerks weiter zu verbessern“, sagte Filter. Noch immer herrsche in den Köpfen von Schülern, Eltern und auch Lehrern ein falsches Bild vor. Dabei könne man im Handwerk sehr wohl Karriere machen. Zwar würden auch „noch Schlitze gekloppt“, doch der Umgang mit Laptop und Programmierkenntnisse sei zum Beispiel in seinem Betrieb tägliches Brot. Schulleiterin Päckert sagte dazu, dass sich langsam in den Köpfen die Erkenntnis durchsetze, dass eine berufliche Karriere auch jenseits des Abiturs möglich sei. 

Zielpublikum direkt vor Ort

So nutzen auch stadtbekannte Firmen wie das Bauunternehmen Ossenberg die Gelegenheit, sich umfassend zu präsentieren: Pläne zu aktuellen Projekten lagen genauso aus wie großformatige Fotografien von Baustellen. Der Gartenbaubetrieb Wiesemann hatte seine jüngsten Mitarbeiterinnen dabei, die den interessierten Schülern alles zum Thema Gartenbau erläuterten. Chef Antonius Wiesemann freute sich über die Möglichkeit des Handwerkertages. So könne er zum einen direkt vor Ort um künftige Fachkräfte werben, zum anderen gehe er mit seinem Angebot nicht so unter wie auf der Bom. Die befragten Schülerinnen und Schüler fanden den Handwerkertag durchweg „gut bis sehr gut“. So sagte die Neuntklässlerin Irem, dass sie sich „noch sehr unsicher fühle“, was ihre berufliche Zukunft anbelange. „Da hilft so ein Tag“ weiter. Sie sucht nach etwas Kreativem und fühlte sich zum Beispiel vom Maler-Handwerk angezogen. Ähnlich erging es Zeynep und Lea. Sie waren allerdings skeptisch, vermuteten, dass die Arbeit im Handwerk zu anstrengend sein könnte. Zumindest eine eventuelle Erfolgsgeschichte gibt es. Elias ist ganz stark an einer Ausbildungsstelle bei Degenhardt – Sanitär, Heizung, Umwelt – interessiert. Er ist begeistert und wird seine Bewerbung einreichen.

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