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Kammer fragt Mitglieder: Gute Entwicklung beim Handwerk

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Von: Peter von der Beck

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Es läuft rund beim Handwerk in Lenne- und Hönnetal.  Ungemach droht bei der Reparatur von Heizungsanlagen. Der Chipmangel kann sich hier auf die Steuerungstechnik auswirken.
Es läuft generell rund beim Handwerk in Lenne- und Hönnetal. Ungemach droht bei der Reparatur von Heizungsanlagen. Der Chipmangel kann sich hier auf die Steuerungstechnik auswirken. © Peter von der Beck

Die Konjunkturdaten der heimischen Handwerksbetriebe für das Sommerhalbjahr 2021 im Bereich Neuenrade, Werdohl, Balve, Plettenberg und Altena sehen gut aus. Das teilte der Pressereferent der Handwerkskammer Südwestfalen, Markus Kluft, auf Nachfrage mit.

Neuenrade – Zumindest, wenn es um die Betriebe und ihre Personalpolitik geht. Hierzulande wird im Handwerk – bis auf branchenspezifische Ausnahmen – verstärkt eingestellt. Kluft hatte die Daten von Lenne- und oberem Hönnetal herausgesucht. Demnach geht es der heimischen Region unterm Strich sogar überdurchschnittlich gut. „Was Neueinstellungen anbelangt, so ist die Situation deutlich positiv,“ sagte Referent Markus Kluft.

Überdurchschnittlich viele Betriebe an Lenne und Hönne stellen ein

Es gebe ganz klar eine Zunahme bei der Anzahl der Betriebe, die eine gestiegenen Beschäftigtenzahl gemeldet hätten. Im gesamten Kammerbezirk liege die Zahl der Betriebe mit Mehreinstellungen bei 17,7 Prozent. Im Bereich Neuenrade, Werdohl, Balve, Plettenberg und Altena sehe es noch besser aus. Hier liege die Zahl der Betriebe, welche ihre Beschäftigtenzahl im Sommerhalbjahr aufgestockt hätten, bei 21,7 Prozent. „Das ist ein erheblicher Unterschied.“ Hier entwickele sich die Konjunktur „positiver als in anderen Bezirken“. Kluft: „Offenbar ist es hier auch eher gelungen, Fach- und Hilfskräfte anzuwerben“. Problematisch scheine es aber im Lenne- und Hönnetal im Baubereich zu sein, diagnostiziert der Pressereferent.

Viele Beschäftige im Metallhandwerk

Im gesamten Kammerbezirk sei die Zahl der Beschäftigten bei 25 Prozent der Betriebe gestiegen, in der heimischen Region sind es nur 16,7 Prozent der Betriebe. Höchst positiv sei die Beschäftigungsentwicklung im Bereich Altena, Werdohl, Neuenrade, Balve und Plettenberg was den Bereich Metallhandwerk anbelangt (Werkzeugmacher, Formenbauer, Zulieferer Elektroindustrie). Hier gebe es überdurchschnittlich viele Metallbetriebe, die Leute eingestellt hätten. 28,4 Prozent der Betriebe haben im Sommerhalbjahr laut Kluft Leute eingestellt. Kammerweit seien es hingegen nur 21,5 Prozent der Betriebe. „Andere Regionen sind da also weitaus schwächer“, sagte Kluft.

Bereich Nahrungsmittel und Gesundheit nicht so toll

Was allerdings den Bereich Nahrungsmittel (Bäcker etc.) und Gesundheit (Optiker, Akustiker) anbelangt, so sieht es hier in Sachen Neueinstellungen mehr als mau hierzulande aus. Im gesamten Kammerbezirk ging die Beschäftigtenzahl bei rund 11 Prozent der Betriebe nach oben. Im Lenne-und Hönnetal habe sich in der Branche quasi gar nichts getan.

Datengrundlage ist valide

Die Handwerkskammer Südwestfalen deckt ein großes Gebiet ab. Es umfasst den Märkischen Kreis, den Hochsauerlandkreis, Olpe und Siegen-Wittgenstein. 12500 Betriebe gibt es in dieser Region. Befragt wurden 7000 quasi systemrelevante Betriebe. Die Rücklaufquote lag bei rund 10 Prozent. „Das ist eine statistisch valide Zahl“, sagte Kluft.

Angesichts der Datenlage hat der Pressereferent für den Kammerbezirk eine gute Prognose: „Die positive Entwicklung setzt sich fort, die Preissteigerung beim Material beruhigt sich bei gleichzeitig weiter günstigen Finanzierungsbedingungen.

Chipmangel wirkt sich auf Reparatur von Heizungssteuerungen aus

Ungemach sieht er allerdings in jenen Bereichen, die im weitesten Sinn mit Elektronik zu tun haben. Der Chipmangel bei den Abnehmern mache sich bemerkbar. Das betreffe zum Beispiel die Branche der Heizungsbauer oder die dort ansässigen Handwerksbetriebe. Wenn eine Heizung kaputt gebe, sei meist die Steuerungsanlage betroffen und die enthalte die begehrten Chips. Wie sich das entwickeln werde, könne er nicht sagen. „Das wäre Kaffeesatzleserei.“

Rekordwerte beim Bedarf an Fachkräften

Bleibt noch ein Wermutstropfen: Die Situation was den Nachwuchs anbelangt, bleibt angespannt. „Es gibt Rekordwerte was den Bedarf an Fachkräften, Hilfskräften und Azubis anbelangt, sagte Kluft. Die Pandemie aber auch der demografische Wandel seien die Ursache.

Die Handwerkskammer Südwestfalen befragt ihre Mitglieder immer zum Stichtag 15. März und 15. September.

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