Hallenbad-Sanierung: Warum es deutlich länger dauert und mehr kostet

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Kein Wasser im Becken: Wenn alles gut geht, wird das Hallenbad zehn bis 14 Tage nach dem Ende der Herbstferien wieder geöffnet.

Neuenrade – Kaum hatten die Mitarbeiter der Spezialfirma aus Wilhelmshaven am Mittwoch mit der Arbeit im Hallenbad auf der Niederheide begonnen, hatten sie auch schon schlechte Neuigkeiten.

„Leider haben die Fachleute am Hubboden noch weitere Schäden entdeckt, die uns noch nicht bekannt waren“, berichtet Stadtkämmerer Gerhard Schumacher, der auch für den Betrieb des Frei- und des Hallenbades zuständig ist. 

Ursprünglich sollte das Bad nach den Herbstferien wieder geöffnet werden. Doch daraus wird nichts: „Es wir wohl zehn bis 14 Tage länger dauern“, stellt Schumacher fest. Obwohl die Hubbodensteuerung schon vor den Ferien nicht mehr einwandfrei funktionierte, konnte das Schulschwimmen weiterhin stattfinden. „Wir haben die Wassertiefe von 80 Zentimetern einfach nicht mehr verändert“, erklärt der Kämmerer. Denn bereits im Rahmen der jährlichen Routineüberprüfung im Sommer hatten die Spezialisten entdeckt, dass es Verschleißschäden an wesentlichen Teilen des Antriebs gibt, der den Beckenboden anhebt und absenkt. Sie empfahlen eine Reparatur der betroffenen Teile, um größere Schäden zu verhindern. „Ansonsten hätte es dazu kommen können, dass der Hubboden irgendwann schief steht“, berichtet Schumacher. 

20 000 Euro reichen nicht mehr aus

Jetzt sollte der Schaden behoben werden. Insgesamt habe er mit Kosten von circa 20 000 Euro gerechnet, so der Kämmerer. Doch diese Rechnung geht jetzt nicht mehr auf: Die Distanzringe, die in den Lagern verbaut sind, fallen quasi auseinander. Das habe dazu geführt, dass mindestens ein Lager komplett ersetzt werden muss. Andere müssten zumindest in der Werkstatt des Spezialunternehmens nachgearbeitet werden. 

Unter dem Hubboden: Ein Mitarbeiter der Spezialfirma bei der Arbeit.

Wie hoch die Kosten jetzt insgesamt werden, kann Gerhard Schumacher nicht abschätzen. „Aber diese Reparatur ist ohnehin alternativlos“, stellt er fest. Die Stadt Neuenrade müsse und wolle ein Lehrschwimmbecken vorhalten – insbesondere für Schulen und Vereine. 

Bad ist in die Jahre gekommen

Inzwischen ist das Bad auf der Niederheide in die Jahre gekommen. Immer wieder hatten Reparaturarbeiten dazu geführt, dass das Bad verspätet geöffnet wurde oder der Badebetrieb sogar komplett ruhen musste. 

Auch aus diesem Grund hatte die Freie Wählergemeinschaft Neuenrade (FWG) im April den Bau eines neuen Hallenbades angeregt. Für die Verwaltung – und besonders aus Sicht eines Kämmerers – sei das aber keine Option, unterstreicht Schumacher erneut: „Dabei geht es nicht in erster Linie um die Kosten für den Neubau“, erklärt er. Auch die laufenden Kosten für Strom- und Wasser würden ansteigen: „Denn bei einem Neubau würde man sich sicher für ein 25-Meter-Becken entscheiden.“ 

Und auch die Personalkosten müssten dann neu berechnet werden: „Man würde in einem solchen Fall auch die Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit ausweiten – und müsste entsprechend Personal aufstocken.“

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