FWG zieht Antrag zurück

Hallenbad: Darum wird es in Neuenrade keinen Neubau geben

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Das Neuenrader Hallenbad verursacht regelmäßig Reparaturkosten, liegt aber zentral zu den Schulen. Nach ausgiebiger Diskussion scheint jetzt klar, dass es keine Mehrheiten für einen Neubau geben wird.

Neuenrade – Die FWG hat erneut einen Vorstoß unternommen, um die Mitglieder anderer Fraktionen und die Verwaltung von der Idee eines Hallenbadneubaus zu überzeugen.

Nach einer längeren Debatte zog Bernd Buntenbach von der Wählergemeinschaft das Anliegen zurück und verzichtete auf eine Abstimmung – damit dürfte klar sein, dass es in naher Zukunft keinen Ersatz für das Hallenbad geben wird. 

Während der Haushaltsplanberatungen im Ausschuss für Schule, Sport, Jugend und Soziales am Dienstag erklärte Buntenbach: „Wir können mit unseren Bädern nicht glänzen.“ Ein neues Hallenbad trage deutlich zur Attraktivitätssteigerung der Stadt bei. 

Erste Überlegungen bereits 2018

Bereits im Jahr 2018 hatte FDP-Politiker Michael Hammer – damals noch für die FWG – dazu aufgefordert, über einen Neubau nachzudenken. Im April des vergangenen Jahres – in der Nachbarstadt Werdohl hatte der Neubau des Hallenbades gerade begonnen – bekräftigte die FWG diese Forderung, mit dem Argument, das alte Bad verursache inzwischen regelmäßig hohe Reparaturkosten. Am Dienstag schloss sich Hammer dem Antrag Buntenbachs an: „Auch die FDP würde unterstützen, dass über einen Neubau gesprochen wird.“ 

Buntenbachs Aussage wollte Kämmerer Gerhard Schumacher nicht unkommentiert stehen lassen. „Doch wir können glänzen – mit unserem Freibad.“ Zudem sei das Hallenbad auf der Niederheide – das in erster Linie als Lehrschwimmbecken diene – inzwischen technisch wieder in einem sehr guten Zustand. „Wir haben kein marodes Lehrschwimmbecken“, unterstrich er. Mit Blick auf das Freibad, das regelmäßig auch viele Besucher aus den umliegenden Städten nach Neuenrade locke, kündigte er dagegen hohe Sanierungskosten an. „Die Laminatbeschichtung im Becken muss erneuert werden. Dafür müssen wir im kommenden Jahr massiv Geld in die Hand nehmen.“ 

Konkurrenz zu Nachbarstädten

Hallenbäder stünden in der Nachbarschaft in Werdohl, Dahle und Sundern zur Verfügung. Deshalb müsse geklärt werden, ob überhaupt Bedarf bestehe und ob man in Konkurrenz zu den Nachbarn treten wolle, gab Schumacher zu bedenken. Aus der Sicht des Kämmerers gilt es außerdem, die Folge- und Betriebskosten eines Neubaus zu bedenken, denn: „Statt eines 16 2/3-Beckens wird man dann ein 25-Meter-Becken haben wollen. Der Unterhalt ist somit teurer.“ Außerdem wünsche sich die Bevölkerung in einem größeren Bad sicherlich die Ausweitung der Öffnungszeiten. „Dazu benötigt man aber mehr Personal. Auch das kostet Geld“, stellte der Kämmerer fest. 

SPD-Mitglied Tobias Rüscheberg bezweifelte, dass es der Stadt überhaupt gelingen könne, das Personal aufzustocken. „Fachangestellte für Bäderbetriebe werden überall händeringend gesucht.“ Ohne den Einsatz der DLRG hätte man im vergangenen Sommer auch im Neuenrader Freibad schon personelle Probleme gehabt, sagte Rüschenberg. 

Standortfrage von großer Bedeutung

Von großer Bedeutung sei auch die Standortfrage, gab Schumacher weiter zu bedenken. Schließlich sei die Lage des Lehrschwimmbeckens im Stadtzentrum optimal für beide Schulen, da die Schüler es zu Fuß erreichen könnten. 

Einen Hallenbad-Neubau könne man in der Nähe der Schulen nicht realisieren, unterstrichen auch Bürgermeister Antonius Wiesemann und Christdemokrat Marcus Dunker. Ein Hallenbad am Stadtrand oder im Außenbereich sei für die Schulen nur mit dem Bus und erhöhtem Zeitaufwand erreichbar – die Wasserzeiten für die Kinder und Jugendlichen würden verkürzt. 

Schulen benötigen viel Zeit im Bad

„Ein hoher Anteil echter Lehrzeit ist aber ein entscheidendes Merkmal für guten Unterricht“, erklärte Eva Päckert, die Leiterin der Hönnequell-Schule. Ihr Burgschul-Kollege Arwed Riemenschneider pflichtete bei: „Uns ist wichtig, dass wir viel Zeit im Bad und wenig auf der Straße verbringen.“

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