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Häuser an der Eulengasse: Weiterer Schritt Richtung Abriss

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Von: Peter von der Beck

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Wenn es nach dem Willen der politischen Mehrheit geht, sollen diese beiden als historisch wertvoll angesehenen Häuser der Abrissbirne weichen, ein Mini-Park und Parkplätze sollen dort entstehen, wenn Fördergeld fließt.
Wenn es nach dem Willen der politischen Mehrheit geht, sollen diese beiden als historisch wertvoll angesehenen Häuser der Abrissbirne weichen, ein Mini-Park und Parkplätze sollen dort entstehen, wenn Fördergeld fließt. © von der Beck, Peter

Mit den Stimmen von CDU und FDP rückte am Mittwoch im Hauptausschuss der Abriss der beiden historisch wertvollen Häuser, die zwischen Eulengasse und Erster Straße liegen, ein ganzes Stück näher.

Nur Bündnisgrüne und SPD lehnen das Projekt ab. Alle anderen Fraktionen votieren weiterhin für den Abriss der Gebäude.

Die Grünen wollten den Abriss nicht. Das Abriss-Budget im Haushaltsplan sollte um 106 000 Euro Abrisskosten verringert werden. Dann blieben 115 000 Euro in der Sparte Grünanlagen Eulengasse übrig. Für diese Summe sollte die Verwaltung eine Vorlage für eine Grünanlage an der Eulengasse erarbeiten, die unter anderem im Rat diskutiert werden sollte.

Bislang noch kein Förderbescheid

Das Projekt Abriss und Schaffung von Grünanlagen wurde vorsorglich in den Haushalt eingearbeitet, es gibt noch keinen Förderbescheid. Und, so betonte es damals Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU): Das Projekt werde nur realisiert, wenn es gefördert werde.

Grundsätzlich gegen den Erwerb und Abriss der Häuser ist die SPD. Mit-SPD-Fraktionschef Thomas Wette hatte sich seinerzeit vehement gegen das Projekt gewandt. Seine Reaktion damals: „Einen Park an der Straße? Wir sollen 250 000 Euro beschließen?“ fragte Co-Fraktionsvorsitzender Thomas Wette in die Runde. „Das ist die größte Steuergeldverschwendung, die es je gegeben hat.“ Das müsse man sich gut überlegen, dafür 250 000 Euro auszugeben. „Ich halte das für vollkommen falsch.“ Er ließ damals durchblicken, dass die Objekte in der Hand der Investoren bleiben sollten.

Auch der Stadtarchivar ist gegen das Projekt

Es gibt noch mehr Gegner des Projektes: Stadtarchivar Dr. Rolf Dieter Kohl gehört dazu. Er ist gegen einen Abriss. Vielmehr votiert er energisch für einen Erhalt der Häuser Erste Straße 10 und 12. Er sprach auch beim Bürgermeister vor. Beide Gebäude stammen demnach aus dem 18. Jahrhundert und verkörpern ein wichtiges Kapitel Neuenrader Geschichte. Ein Gebäude beherbergte eine Strumpf- und Wäschefabrik, das andere Gebäude war Heimstatt von Bürgermeister Gerhard Hape. Beide Gebäude sind für Experten erhaltenswert. Auch der Naturhistorische Verein Hönnetal ist für den Erhalt. Durch den Abriss würde das historische Stadtbild „brutal zerstört“.

Stadtbild – dieses Szenario wurde nur einmal von CDU-Fraktionschef Mark Hantelmann erwähnt. Er hält den Grünen-Antrag für nicht nachvollziehbar, dass die Gebäude stehen bleiben sollen. Vielmehr würde der Abriss der Gebäude den Effekt haben, dass die entstehende Lücke die Stadtentwicklung großräumig öffnen würde. Im Übrigen seien etwaige Sanierungskosten für die Gebäude viel zu hoch. Auch seitens der FWG ist man für den Abriss. Fraktionschef Peters sagte: „Es wäre gut die Häuser würden verschwinden. Park und Parkplätze wären eine Verbesserung.“ Es würde den tunnelartigen Eindruck der Ersten Straße auflockern.

Argumente der Historiker ziehen nicht

Auf die Argumente der Historiker ging niemand ein. Nicht einmal die Abriss-Gegner.

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