Kot und Haare überall – den Landwirten reicht’s

+
Büschelweise Haare liegen auf dem Feld von Ulrich Peterschulte. Wenn die in’s Futter gelangen, ist es unbrauchbar. ▪

NEUENRADE ▪ Kot und Haare im Frühstück? Das wünscht sich wohl niemand. Auch nicht Ulrich Peterschulte. Oder besser gesagt seine Tiere. Der Landwirt ist sauer. Stinksauer. Immer mehr Leute lassen ihre Vierbeiner auf den Wiesen rund um Neuenrade machen oder tiefe Löcher buddeln.

Und jetzt reicht’s Ulrich Peterschulte: „Ich appelliere an die Neuenrader, dass sie ab sofort mit ihren Hunden von unseren Wiesen bleiben“, sagt er stellvertretend für seine Kollegen. Das Ausmaß nehme derart massive Formen an, dass sie ihre Silage in Gefahr sähen.

Zurzeit machen die Neuenrader Landwirte ihre Wiesen für den Sommer startklar – schleppen, striegeln und walzen ihre Flächen. Damit das Gras schön hoch kommen kann. Das Gras, aus dem später Futter für die Tiere wird. „Wenn die Leute so weitermachen, dann ist das für uns eine Katastrophe“, macht Peterschulte deutlich. Der Kot werde mit eingesammelt und verursache so Krankheitserreger, die ins Futter gelangen. Im vergangenen Jahr musste der Affelner Landwirt fünf Ballen wegschmeißen. Dieser finanzielle Schaden habe sich zum Glück noch in Grenzen gehalten. „Im schlimmsten Fall kann es aber zum verkalben einer Kuh kommen“. Das bedeutet: Wegen der Bakterien erleidet das Tier eine Fehlgeburt. Und das sei nicht tragisch, sondern auch ziemlich kostspielig. Peterschulte: „Das ist dann gleich mal ein Schaden von weit über 1 000 Euro.“

Die Problematik ist übrigens nicht neu. Seit Jahren schon ärgern sich die Landwirte über den Kot, aber auch über die vielen Löcher. „Die machen unsere ganze Arbeit kaputt. Und unsere Maschinen noch dazu.“ Lange hätten sie nichts gesagt, hätten auf Besserung gewartet. Aber: Es werde immer schlimmer. Gestern hat Ulrich Peterschulte sogar einen Haufen Haare auf einer seiner Wiesen entdeckt. Wenn das ins Futter gelange, sei es wertlos. „Wir könnten unsere Wiesen natürlich einzäunen“, räumt er ein. Das sei aber viel zu kostenintensiv. Deshalb: „Ich bitte die Neuenrader um Einsicht, wenigstens bis Oktober von unseren Wiesen zu bleiben.“ ▪ Lisa-Marie Weber

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare