Gewaltige Bauschuttdeponie entsteht

Großprojekt Winterlit: Ein 44.000-Quadratmeter-Tal wird verfüllt

Winterlit - eine Industriebrache vor der Auffüllung. Demnächst werden hier Lastwagen Bauschutt abladen. Bis zur Verfüllung wird es Jahre dauern.
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Winterlit - eine Industriebrache vor der Auffüllung. Demnächst werden hier Lastwagen Bauschutt abladen. Bis zur Verfüllung wird es Jahre dauern.

Winterlit: Das ist immerhin ein 40 000 Quadratmeter großes Tal und in einem Zeitraum von zehn Jahren soll es aufgefüllt werden. Gut 300 000 Kubikmeter Erde sind dazu nötig.

Die Fläche wird bis zu einer Höhe von 14 Meter befüllt. Das erfordert einen stetigen Strom von Lastwagen, die dabei das obere Ende eines lang gezogenen Tales anfahren und Bauschutt abkippen. Was alles erfüllt werden musste, ist erfüllt; jetzt fehlt noch die Baugenehmigung der Bauaufsicht des Märkischen Kreises für die gewaltige Anschüttung. Das bestätigte Marc Krombach, einer der Geschäftsführer der betreibenden Lobbe-MK Umweltservice GmbH & Co. KG

Was rechtlich notwendig war, wurde erledigt. Wie Bauamtsleiter Marcus Henninger sagte, seien die baufälligen Hinterlassenschaften der alten Betonfabrik bereits beseitigt, auch Gehölz und dergleichen sei schon entfernt worden. Ein Bachlauf muss wohl noch verlegt werden. Am Talausgang wird die Winterlit (das ist auch der Name des Bachs) dann in neue, größer dimensionierte Rohre geleitet. Damit wird die bisher drohende Überschwemmungsgefahr sogar stark vermindert.

Gelände soll zu einem Dirtpark werden

Die gigantischen Auffüllfläche ist westlich vom Neuenrader „Baggersee“ und östlich vom Windkraftareal angesiedelt. Bis zur nächsten Wohnbebauung im Süden des Gebietes liegen gut 150 Meter. Ist das Tal dann einmal verfüllt, soll das Gelände zu einem großen Dirtpark werden – einem Bereich, der von Mountainbikern als Übungsgelände genutzt werden kann. Unterm Strich erfährt die Region dann sogar eine Aufwertung, sind die Verantwortlichen überzeugt.

Das Gelände gehört der Werdohler Spedition NBTK Ulbrich. Mit im Boot ist auch der Iserlohner Entsorger Lobbe. Die beiden Unternehmen haben eine eigene Gesellschaft für das Vorhaben gegründet. Die Lobbe-MK Umweltservice GmbH & Co. KG treibt das Vorhaben voran.

Proteste von Anwohnern

Es gab durchaus Proteste gegen das Projekt, die nach der öffentlichen Auslegung der Pläne in Stellungnahmen mündeten. Es gab auch eine Unterschriftenliste. Die Bedenken der Anwohner bezogen sich unter anderem auf eine Zunahme des Autoverkehrs wegen des geplanten Dirtparks, zudem hielten sie das Projekt für vorgeschoben, um eine riesige Müllkippe zu rechtfertigen. Die Belastungen des Waldes durch die vielen Anfuhren führten sie genauso an, wie eine mögliche Unterspülung des Schuttberges. Die Kritiker beschrieben die Gefahr einer Schlammlawine, vorhandene Fauna werde zudem gefährdet. „Keine riesige Müllhalde im Wald“ fordern sie. Es gab 44 Unterschriften. Andere Anwohner fürchten eine erhöhten Sedimenteintrag und die Gefährdung eines Naturteiches. Von den Protesten ist bislang nichts geblieben.

In einer Ausschusssitzung meldete eine Anwohnerin Bedenken wegen der Immissionen durch den Lastwagenverkehr an. Etliche Jahre würden 30-Tonner dort herfahren. Das sei eine gewaltige Belastung, ganz abgesehen von der Missachtung des Klimaschutzes. Gleichwohl segnete der Rat das Vorhaben einstimmig ab. Für die Lastwagen wird eine extra Zufahrt durch den Wald hergerichtet. Dass belastetes Material abgelagert wird, soll durch Stichproben verhindert werden. Abgeladen werden darf ausschließlich harmloser, mineralischer Schutt.

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