Experten geben Tipps

Kältewelle fördert Ausbreitung von Krankheiten

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Neuenrade - Husten, Fieber, Gliederschmerzen – durch die Kältewelle breiten sich auch bestimmte Krankheiten in Neuenrade aus. Experten erklären, wie man sich gegen die Folgen schützen kann.

Meist handle es sich um grippale Infekte, erklärt der Neuenrader Apotheker Dr. Sven Simons. Die deutlich stärkere Grippe, die sogenannte Influenza, sei eher selten. Momentan kämen viele Menschen mit trockenem Reizhusten, Gliederschmerzen und Fieber in die Apotheke. Schnupfen spiele hingegen kaum eine Rolle.

„So intensiv war es schon lange nicht mehr“, sagt Dr. Simons. Das hänge vor allem mit der Wetterlage zusammen: Durch die Kälte wird die Hautoberfläche durchlässiger für Viren, die etwa über Körperkontakt und Gegenstände wie Türklinken übertragen werden oder dadurch, dass jemand im Raum hustet. „Die Kälte selbst macht nicht krank, aber anfälliger.“

Nach Angaben des Hausarztes Dr. Paul Gotthard entwickeln sich die Symptome oft innerhalb weniger Stunden. „Das ist wie von einem Lkw überfahren zu werden“, beschreibt der Mediziner die plötzlich auftretenden, mitunter heftigen Schmerzen.

Antibiotika haben kaum eine Wirkung

Da helfen auch keine Antibiotika: Die Krankheit lässt sich nicht heilen, die Symptome aber lindern – etwa mit Mitteln gegen Husten und Schmerzen, die auch einen erholsamen Schlaf ermöglichen sollen. Natürlich helfe auch das eine oder andere Hausmittel, so die Experten.

Dann heißt es erst einmal Warten: „Ein grippaler Effekt dauert ein paar Tage“, betont Dr. Sven Simons. Außerdem solle man auf den Körper hören, rät Dr. Paul Gotthard: „Wenn der Körper sich schlapp fühlt, sollte man schlafen, und generell ruhig auch mal einen Tee trinken.“

Am schlimmsten sei übrigens nicht die trockene, extreme Kälte: Die feinen Tröpfchen, die die Viren übertragen, halten sich in feuchter Luft deutlich länger. Besonders betroffen sind Menschen, die viel Kontakt zu anderen Menschen haben, so wie es in Schulen oder Kindergärten der Fall ist. „Aber auch in manchen Firmen ist ein Drittel der Belegschaft krank“, schätzt Dr. Gotthard.

Hygiene hilft gegen die Krankheit

Am besten sei es, gar nicht erst krank zu werden, sagt Apotheker Dr. Simons – indem man sich zum Beispiel regelmäßig die Hände wäscht. Auch eine kleine Flasche Desinfektionsmittel in der Tasche könne nicht schaden. Eine Impfung gegen den grippalen Effekt gibt es nicht.

Für die Influenza hingegen wird eine Impfung angeboten, deren Kosten die Krankenkasse übernimmt und sich vor allem für diejenigen empfiehlt, die mit vielen Menschen zu tun haben. Weil sich die Viren in jeder Saison verändern, sollte der Impfschutz jährlich erneuert werden.

Zu unterscheiden sind Grippe und grippaler Effekt auch vom Laien, denn bei Ersterer sind die Symptome deutlich heftiger, erklärt Dr. Simons: „Diese Patienten schaffen es meistens gar nicht selbst in die Apotheke.“

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