741 Gramm sind neuerdings die absolute Untergrenze

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Der 13-jährige Lukas Cemberecki ist der jüngste Imker im Imkerverein Werdohl/Neuenrade. ▪

NEUENRADE ▪ 741 Gramm sind neuerdings die absolute Untergrenze für ein gefülltes Honigglas, informierte Kreis-Honigobmann Dieter Bette am Sonntag die Imker des Imkervereins Werdohl/Neuenrade am Lehrbienenstand am Kohlberg.

Der Obmann des Kreises, ebenfalls zuständig für Marktfragen, war einer Einladung des Imkervereins Werdohl/Neuenrade gefolgt und stellte am Sonntagmorgen den interessierten Imkern der Region Neuerungen bezüglich der Imkerei vor. Dabei spielte die exakte Einwaage eine besondere Rolle. Grund für das neue Mindestgewicht, das nun deutlich geringeren Toleranzen unterliegt als bisher, sind neue Gläser. Diese seien im Gewicht deutlich exakter austariert und machen es möglich, das Gesamtgewicht von Glas, Deckel, Einlage und Honig auf zwei Gramm genau einzuwiegen, erklärte der Fachmann.

Eine geeichte Waage sei ohnehin für jeden Imker, der sein Lebensmittel veräußern möchte, Grundvoraussetzung und gesetzlich vorgeschrieben. In die neuen Gläser, die ein Baummotiv ziert, sollen mindestens 500 Gramm Honig eingefüllt werden. Zu den anwesendenden Imkern zählte auch Lukas Cemberecki, der zu den jüngsten Imker in Nordrheinwestfalen gehört. Im Alter von elf Jahren meldete er sich für einen Imkerlehrgang an, mit zwölf legte der heute 13-jährige Werdohler dann die Prüfung in Bad Sassendorf erfolgreich ab. Gespannt lauschte auch er den Tipps und Tricks, die der Honigobmann bezüglich der Honigbewertung verriet. Je mehr man über die Kriterien wisse, um so einfacher wäre es, sein Produkt auf vorderen Rängen zu platzieren. Auf die Frage nach dem Einfluss der Witterung auf den Wassergehalt des Honigs antwortete Bette ausführlich. Der Einfluss sei enorm. An einem Regentag solle das Abschleudern tunlichst vermieden werden, riet der Obmann. Der Honig würde dann zu viel Wasser aus der feuchten Umgebungsluft aufnehmen. Die Imker plagt indes ein Zeitproblem. Denn: Die Honigsaison geht dieser Tage zu Ende, das Abschleudern steht also bevor und müsse unbedingt durchgeführt sein bevor sich die Varroamilbe explosionsartig verbreitet.

Der Kreis-Obmann betonte am Kohlberg ausdrücklich, dass sich der Besuch der Expertenrunde – so bezeichnete Bette die engagierten Vereinsmitglieder – am frühen Sonntagmorgen auch für ihn absolut gelohnt habe. ▪ maj

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