Grabschmuck für die Stillen Feiertage: Individualität ist Trumpf

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Maike Dietz fertigt ein Grabgesteck. Sie verwendet hochwertige und besondere Materialien. Neben Zweigen verschiedener Nadelbäume und Koniferen kommen unter anderem haltbares Grün, Beeren und Zapfen zum Einsatz. 

Neuenrade - Wachs- und Steinrosen, Engelsfiguren und Spruchtafeln: Der Grabschmuck, der meist vor oder zwischen den Stillen Gedenktagen im November auf den Ruhestätten verstorbener Menschen niedergelegt wird, hat sich im Laufe der Jahre verändert.

„Individuelle Spruchtafeln sind ganz besonders gefragt“, erklärt Maike Dietz, die Inhaberin des Blumen-Fachgeschäftes Am Stadtgarten. Den meisten Kunden sei es auch ganz wichtig, ihre Ideen einbringen zu können. „Sie kommen mit einer gewissen Vorstellung zu uns ins Geschäft“, berichtet die Floristin. Im Gespräch mit den Kunden entwickele sich dann nach und nach ein Bild von dem gewünschten Gesteck. 

Spruchtafeln sind sehr beliebt 

Dagegen gibt es auch Familien, die mit dem Grabschmuck eine Tradition pflegen – und keine neuen Wege gehen möchten. „Für einige Kunden fertigen wir schon jahrelang jeweils ein ähnliches Gesteck für die Stillen Feiertage an“, berichtet die Fachfrau. 

Dass der Grabschmuck aus Meisterhand seinen Preis habe, der mit den Discounter-Preisen nicht konkurrieren könne, sei für die Kunden zweitrangig: „Sie wollen kein Gesteck von der Stange. Sie möchten etwas Individuelles für ihre Verstorbenen.“ Dazu gehört für Maike Dietz, Floristin Andrea Schmoll und Florist-Meisterin Dagmar Schümann-Fröhlich auch der Einsatz hochwertiger und besonderer Materialien: Beeren, große und kleine Zapfen, Rinden, Äste, diverse Grünsorten und die Zweige verschiedener Nadelbäume. 

Farblich eher dezent

Farblich sei der Grabschmuck, der für dunkle Jahreszeit von den Floristinnen angefertigt wird, eher dezent. „Das ist einfach auch der Stil unseres Geschäftes. Gestecke mit grell eingefärbten Dekorationselementen erhält man eher im Discounter“, erklärt sie. 

Engelsfiguren sind als Grabschmuckelement sehr beliebt. Auch Spruchtafeln finden oftmals Verwendung. Große Gestecke werden nicht mehr so häufig verkauft, denn die Zahl der Urnengräber nimmt zu.

Wenn es um Grabschmuck für eine Bestattung gehe, sehe das in der heutigen Zeit anders aus: „Da spielen Farben durchaus eine Rolle.“ Zudem würden bei diesen Gelegenheiten auch nicht mehr ausschließlich die typischen Trauerblumen verarbeitet – etwa weiße Lilien oder Calla. „Und Standard-Proteen spielen auch bei Grabgestecken keine Rolle mehr“, stellt Maike Dietz fest. Auch Gestecke in Kreuzform werden von den Neuenrader Kunden kaum noch angefragt. Die Herzform sei dagegen sehr beliebt. 

Haltbarkeit spielt eine wichtige Rolle 

Eine große Rolle spielt nach wie vor die Haltbarkeit des Grabschmucks. Und das nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Floristinnen. „Was jetzt aufs Grab gelegt wird, soll den ganzen Winter halten,“ sagt Maike Dietz, und erzählt, dass sich auch bezüglich der Größe der Gestecke im Laufe der Jahre einiges verändert habe. „Wir fertigen immer mehr kleinere Gestecke an“, berichtet die Inhaberin des Fachgeschäftes. Das hänge mit der veränderten Bestattungskultur zusammen, erklärt sie: „Es gibt immer mehr Urnengräber.“ 

In dieser Woche – vor Totensonntag – hatten die Floristinnen noch einiges mit der Anfertigung von Grabgestecken zu tun. „Der größte Teil der Kunden kommt allerdings schon vor Allerheiligen. Dann verteilt es sich bis Totensonntag“, weiß die Fachfrau aus Erfahrung. In diesem Jahr seien viele Neuenrader aber etwas später ins Geschäft gekommen als üblich: „Vielleicht lag es daran, dass es noch so warm war und der Winter noch weit weg erschien.“

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