Gottesdienst mit sehr persönlichen Worten

Pfarrer Kuhlo-Schöneberg feiert Jubiläum

+
Dieter Kuhlo-Schöneberg ließ mit einer überaus persönlichen Predigt am Sonntagmorgen in der evangelischen Kirche sein Leben Revue passieren.

Neuenrade – „Man spürt, dass Sie bewegt sind von diesem Gott, der Sie ergriffen hat“, sagte Superintendent Klaus Majoress am Sonntagmorgen in der evangelischen Kirche über Dieter Kuhlo-Schöneberg.

Der Pfarrer feierte in diesem Gottesdienst sein 25-jähriges Dienstjubiläum, welches jedoch bereits eigentlich am 2. Januar war. Zuvor hatte Kuhlo-Schöneberg in einer langen und sehr persönlichen Predigt seinen Lebenslauf Revue passieren lassen – häufig den Tränen nahe: Er sei sieben Jahre alt gewesen, als seine Eltern sich trennten. 

Fünf Jahre später sei sein Vater verstorben. Mit 16 oder 17 Jahren habe er – auf Klassenfahrt in Frankreich – nachts an der Loire gestanden, „während die anderen Wein tranken und Karten spielten“. Dort habe er nach Gott gesucht. 

Gefunden hat er ihn ein halbes Jahr später, während einer Jugendfreizeit in Südtirol. „Es ging mir wirklich durch Mark und Bein. Ich habe gespürt, dass Gott da ist“, erinnerte sich der Pfarrer. Später ging er zur Bundeswehr: „Das war nicht lustig.“ Durch eine Reihe von „dollen Zufällen“ sei er ausgemustert worden. „Es war, als würde Gott sagen: Wenn Du wirklich willst, dann komm.“ 

Nach einigem Hin und Her gelang ihm im zweiten Anlauf das Theologie-Studium. Während dieser Zeit, im April 1989, besuchte er das KZ Ausschwitz. Dort habe er sich gefragt: „Muss man nicht sagen: Es gibt keinen Gott?“ Für sich habe er diese Zweifel so beantwortet: „Wir können noch so viel machen, aber wenn wir es ohne ihn machen, kommt da nur Mist bei raus.“ 

Bei seiner Ernennung zum Priester am 2. Januar 1994 habe sein Sohn Ben, damals noch Kleinkind, neben ihm in der Kirche gestanden. „Und plötzlich riecht es, denn mein Sohn hatte die Hose voll“, schildert Kuhlo-Schöneberg. 

14 Jahre habe er später in Werdohl gearbeitet. Nun sei er bereits fünf Jahre in Neuenrade, „und es gibt so vieles, was hier schön ist“, zog er eine Zwischenbilanz.

Superintendent Majoress sagte über die Worte des Pfarrers: „Wenn Sie predigen, kommt immer was ganz Persönliches rüber.“ Weiter lobte er den Geistlichen: „Bei Ihrem Werdegang wird klar: Nicht wir, sondern Gott wirkt.“ Schließlich sprach Majoress den Segen über Kuhlo-Schöneberg aus. Die Gemeinde in der vollen Kirche applaudierte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare