Gitarrenkonzert mal klassisch, mal persönlich

NEUENRADE – „Einfach den Ball flachhalten und spielen“. Das war die Antwort des Gitarristen Helmut Muhl auf die Frage nach Lampenfieber vor einem Auftritt. Helmut und sein Bandkollege Eliginsz Badura, kurz Elo, veranstalteten als die „Musikkumpels“ alias MK-2, am Samstagabend ein Gitarrenkonzert im Neuenrader Kulturschuppen.

„Das einzige was uns immer ein bischen Sorgen macht, ist die Technik“, so Elo Badura. Doch die gab am Samstag keinen Grund zur Sorge: „Wir verzichten heute auf großen Licht-Schnickschnack, schließlich steht die Musik im Vordergrund.“

Und davon gab es bei MK-2 genug. Im klassischen Teil präsentierten sie beispielsweise Eric Claptons „Tears in Heaven“, Wilhelm Tell und andere alte Bekannte. Und mit ihrer persönlichen Interpretation gaben sie den Stücken eine ganz eigene Note. Mit Hilfe von Flamencorythmen entstand zwischendurch ein Hauch spanisches Flair im Kulturschuppen. Ein persönliches Stück gab es mit „Für Alice“, das Elo Badura für seine zehnjährige Tochter Alice geschrieben hatte. Weitere persönliche Lieder waren „Michael“, das die beiden ihrem verstorbenen Bandmitglied widmeten und ein Walzer, den Helmut Muhl für seine schwerbehinderte Tochter schrieb. „Musik ist auch eine Art Therapie“, so Muhl. „Sie kann sehr beruhigend sein.“

Erfahrung mit der Musik haben beide Künstler reichlich. Helmut Muhl macht seit 31 Jahren Musik und ist mittlerweile Studiomusiker. Elo Badura hat eine Musikschule in Balve. Aufgrund ihrer Erfahrung wissen sie: „Der Weg, sich einen Namen zu machen ist lang.“

Schnell konnten die Besucher am Samstagabend aber erkennen, dass die beiden Musiker ein eingespieltes Team sind: „Wir haben drei Minuten lang zusammen gespielt und wussten: Das ist es,“ erinnerte sich Helmut Muhl. Und seitdem sind der Pole und der Deutsche ein Duo. „Wir beide sind ein Beweis dafür, dass Musik eine grenzübergreifende Sache ist“, so Muhl weiter. „Es ist egal, was für eine Hautfarbe ein Mensch hat, es gibt nur gute oder schlechte Menschen.“ Leider war das Konzert eher mäßig gut besucht. Doch davon ließen sich Badura und Muhl nicht entmutigen: „Wir haben schon vor drei, aber auch schon vor 3000 Menschen gespielt. So lange Leute kommen spielen wir auch.“ – sro

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