Einnahmen sinken um fast 5 Millionen Euro

Gewerbesteuer: Neuenrade auf Platz zwei der Verliererliste

Die Gewerbesteuereinnahmen fallen in Neuenrade pandemiebedingt deutlich geringer aus.
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Die Gewerbesteuereinnahmen fallen in Neuenrade pandemiebedingt deutlich geringer aus.

Die Gewerbesteuereinnahmen in der Stadt Neuenrade sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes IT.NRW im vergangenen Jahr um 53,4 Prozent gesunken.

Konnten im Jahr 2019 bei einem Hebesatz von 450 Prozent noch Einnahmen von mehr als 8,3 Millionen Euro erzielt werden, waren es im vergangenen – von der Corona-Pandemie geprägten – Jahr knapp 3,9 Millionen Euro, teilt IT.NRW mit. Rein rechnerisch erzielte die Stadt 2019 pro Einwohner Einnahmen in Höhe von 695,97 Euro. Im vergangenen waren es nach Angaben des Landesamtes nur noch 327,02 Euro.

Dass in dieser Rechnung spätere Korrekturen noch nicht berücksichtigt sind, erläutert Kämmerer Gerhard Schumacher. „Im Rekordjahr 2019 haben wir 8,6 Millionen Euro Gewerbesteuer eingenommen. Im Ergebnis waren es 2020 nur 3,7 Millionen Euro.“ Im Haushaltsplan, der noch vor der Pandemie erstellt wurde, hatte Schumacher 8 Millionen Euro veranschlagt. Dennoch ist die Stadt nicht in finanzielle Schieflage geraten: „Die fehlenden 4,3 Millionen Euro haben uns fast haargenau über Kompensationszahlungen von Land- und Bund erreicht.“

Ansatz fällt jetzt deutlich niedriger aus

Doch die Corona-Pandemie dauert an – und dementsprechend musste Schumacher die Gewerbesteuer-Einnahmen im Haushaltsplan deutlich niedriger ansetzen. „Für 2021 haben wir mit 5 Millionen gerechnet. Momentan liegen wir mit 4,6 Millionen nahe daran.“ Doch ein Grund zur Freude ist das für Schumacher nicht – denn für dieses Jahr wird es wohl keine Kompensationszahlungen geben. Das sei seitens des Bundes bereits signalisiert worden. Um die Kompensationszahlung im Jahr 2020 leisten zu können, sei eine Grundgesetzänderung notwendig gewesen. „Das war wohl eine einmalige Sache“, stellt der Kämmerer fest.

Die Stadt Neuenrade ist natürlich nicht die einzige Kommune, der Corona herbe Einnahmeeinbüßen beschert. Laut IT.NRW musste eine Stadt im Märkischen Kreis noch höhere Verluste in Kauf nehmen: In Plettenberg war der Gewerbesteuer-Einbruch mit einem Minus von 63,2 Prozent noch extremer. Auf dem dritten Platz der Verliererliste folgt Herscheid. Dort musste der Kämmerer ein Minus in Höhe von 47,2 Prozent verbuchen.

Nur Werdohl im Plus

Im einstelligen Bereich (minus 9,8 Prozent) liegen die Verluste lediglich in Kierspe. Relativ glimpflich ist auch die Stadt Meinerzhagen (Minus 10,4 Prozent) davon gekommen. Eine Sonderstellung nimmt die Nachbarstadt Werdohl ein: Hier ist das Gewerbesteueraufkommen um 24,9 Prozent gestiegen. Das Plus in Höhe von etwa 2,8 Millionen Euro ist aufgrund von Einmaleffekten entstanden, die aus Überhängen aus dem Jahr 2019 resultieren.

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