Gesundheitsversorgung: SPD möchte schnell handeln

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Neuenrade - Drohender Ärztemangel und schlechtere Gesundheitsversorgung in Neuenrade ist ein Thema, mit dem sich nicht nur der Bürgermeister befasst, sondern das auch die SPD Neuenrade seit Jahren umtreibt. 

Thomas Wette, Mitfraktionschef und auch SPD-Vorsitzender, hat nun für den 13. September den großen Saal im Kaisergarten gebucht. Dort soll das Thema Gesundheitsversorgung/Hausärzteproblem in Neuenrade mit all den Schwierigkeiten und Möglichkeiten im Rahmen einer Informationsveranstaltung beleuchtet werden. 

Wette hat einen Bürgermeister eingeladen, einen Arzt aus Neuenrade, junge Ärztinnen sollen kommen, die über ihre Motive, Wünsche und Vorstellungen sprechen sollen, mit der Kassenärztlichen Vereinigung werde wegen einer Teilnahme noch verhandelt. Die SPD wird Plakate drucken und Einladungen verschicken. Wette betonte, dass es ihm darum gehe, die Situation noch einmal zu beleuchten und neue Wege aufzuzeigen. Wette verwies auch auf die enorme wirtschaftliche Komponente, die der drohende Ärztemangel mit sich bringe: „An der Gesundheitsversorgung hängen auch jede Menge Arbeitsplätze“. Schon deshalb brauche man eine Nachfolgeregelung – für alle Ärzte. Auch etliche, die mit dem Gesundheitssystem Geld verdienen würden, seien sicher von einem bröckelnden Neuenrader Gesundheitssystem betroffen. Er verwies unter anderem auf Physiotherapeuten. 

Wette sieht Äußerungen des Bürgermeisters kritisch

Durchaus kritisch sieht er die jüngsten Äußerungen von Bürgermeister Antonius Wiesemann. Einfach zu sagen, man habe alles versucht und sei nun nach allen Seiten offen, empfinde er ein wenig als Armutszeugnis und die KV direkt anzugehen für kontraproduktiv, schließlich wolle man mit der Kassenärztlichen Vereinigung sicher zusammenarbeiten. Neue Projekte müssten her, neue Wege beschritten werden. Er glaubt, dass „das Konzept mit der klassischen Übernahme von Arztpraxen tot“ sei. Wette berichtete von Ärzten in anderen Städten und Gemeinden, die ihre Arztpraxen gar verschenken wollen, weil sie trotz vielfältiger Bemühungen keinen Nachfolger finden würden. 

Thomas Wette hätte sogar ein eigenes Konzept.


Wette selbst hat durchaus ein Konzept. Dabei müsste die Stadt aber Geld in die Hand nehmen. Er würde eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft zum Thema Gesundheitsversorgung in Neuenrade gründen und einen Fachmann einstellen, der das Projekt als Geschäftsführer in die Hand nähme und tragfähig erarbeite. Die Stelle wäre natürlich zeitlich befristet und es müsse klare Vorgaben geben. Er glaube nicht, dass die Verwaltung allein so etwas erarbeiten könne. 

Hausärztliches Zentrum?

Grundsätzlich findet Wette eine Art hausärztliches Zentrum mit eigenen Ärzten unter Neuenrader Trägerschaft für wichtig und richtig. Es gebe ja auch schon derartige Modelle an anderem Orten. Von einer Fremd-Trägerschaft beispielsweise durch Kliniken aus der Umgebung hält er nichts, da würden schnell Abhängigkeiten entstehen mit Verlagerungstendenzen. Und eine Abwanderung der Branche in andere Städte/Orte müsse verhindert werden. Thomas Wette jedenfalls betonte, dass in Sachen Gesundheitsversorgung „sofort gehandelt werden“ müsse, möglichst noch in diesem Jahr. Schließlich hänge davon sehr viel ab.

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