Wettbewerb „Bunt statt Grau“

Gesucht: der schönste naturnahe Vorgarten in der Leaderregion Sorpesee

Margarete Kind und Bürgermeister Antonius Wiesemann im Vorgarten des Rathauses. Im Vordergrund Tulpen aus der niederländischen Partnerstadt Dinxperlo.
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Margarete Kind und Bürgermeister Antonius Wiesemann im Vorgarten des Rathauses. Im Vordergrund Tulpen aus der niederländischen Partnerstadt Dinxperlo.

Hinfort mit dem Kies, dafür lieber ein luftiger Boden als Basis und Speicher für Wasser und Nährstoffe, lieber Wiese oder ein Beet und reichlich Blumensamen, auf synthetischen Dünger verzichten, vielleicht ein kleines Bruchsteinmäuerchen mit vielen Ritzen und Löchern bauen – all das kunstvoll arrangiert: Fertig ist der Vorgarten mit Charme.

Dazu tut der Gartenbesitzer der Natur noch etwas Gutes und schafft in dem Bereich zwischen Haus und Straße ein Refugium und Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger.

Wer so ein Kleinod vor seiner Haustür hat oder eines schaffen möchte, kann nun gewinnen. „Bunt statt Grau“ ist ein Wettbewerb der heimischen Leaderregion Sorpesee überschrieben, der derartige Vorgärten prämiert. Denn, wer in Neuenrade, Balve, Sundern und Arnsberg seinen „Vorgarten klimafreundlich gestaltet“, kann an dem Wettbewerb teilnehmen und mit ein bisschen Engagement Preise gewinnen. Platz eins, zwei und drei werden in der Hönnestadt, jeweils abgestuft, mit N’Euro-Gutscheinen im Wert von 150, 100 und 50 Euro dotiert. In den anderen drei Kommunen der Leaderregion Sorpesee gibt es jeweils Gutscheine gleichen Wertes für Balve, Sundern beziehungsweise Arnsberg zu gewinnen.

Handeln, nicht lamentieren

Margarete Kind von der Stadt Neuenrade präsentierte gemeinsam mit Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) das Projekt. Wiesemann, gelernter Landschaftsgärtner, freute sich über den Wettbewerb: „Da muss man nicht lamentieren zum Beispiel wegen des Insektensterbens, hier kann jeder etwas Konkretes dagegen tun.“

Wer sich unsicher in der klimafreundlichen Gestaltung seines Vorgartens ist, der findet Anleitung in einer Broschüre, die im Zusammenhang mit dem Wettbewerb herausgegeben wurde. Da wird zunächst Anleitung gegeben, was man denn für eine klimafreundlichen Garten tun kann: Einheimische Wildpflanzen nutzen, ökologisch unbedenkliche Baustoffe, vorzugsweise aus der Region (Natursteine, Holzarten oder Recyclingmaterial) einsetzen, struktur- und artenreiche Lebensräume schaffen. Das können Wildpflanzenbeete, Wildstrauchhecken, Trockenmauern und Nisthilfen sein. Auch die klimafreundliche Pflege durch gezieltes Jäten, standortgerechte Pflanzenverwendung und die Vermeidung von synthetischem Dünger gehören dazu.

Ein Ort mit intaktem Ökosystem

Ein klimafreundlicher Vorgarten sei eben ein Ort mit einem intakten Ökosystem, in dem Pflanzen und Tiere einen Lebensraum finden. „Er ist das Fundament für den Kreislauf, aus dem Artenvielfalt entstehen kann“, heißt es in der Broschüre. Schotter- und Kiesgärten könnten da kontraproduktiv sein und für ein ungutes Mikroklima sorgen. Sie speicherten tagsüber die Wärme, gäben sie nachts wieder ab. So werde für kleine Steinwüsten gesorgt, die unmittelbare Umgebung weise hohe Temperaturen auf. Regenwasser fließe zudem an der Oberfläche ab, könne nicht so gut versickern. Bepflanzte Vorgärten sorgten dagegen für einen ausgeglichenen Feuchtigkeitshaushalt und Temperaturen, die der heimischen Flora und Fauna eher entgegen kämen, heißt es dort.

Neben Erläuterungen gibt es Tipps und Tricks sowie Anregungen in der Broschüre, wie man zum Beispiel auch „ohne großen finanziellen und zeitlichen Aufwand“ einen Vorgarten gestalten kann. Die Broschüre ist auf jeden Fall hilfreich – auch für jene, die sich jetzt nicht an dem Wettbewerb beteiligen wollen, sondern Tipps zur Gartengestaltung haben möchten. Die Broschüre gibt es an der Bürgerrezeption des Rathauses und in der Stadtbücherei. Zudem kann das Heftchen als PDF-Datei unter www.leadersein.de/buntstattgrau aus dem Netz heruntergeladen werden.

Bürgermeister als persönlicher Ansprechpartner

In Neuenrade steht Bürgermeister Antonius Wiesemann persönlich als Ansprechpartner zur Verfügung. „Ich empfinde dieses Projekt als sehr wichtig. Gerade in Gärten kann sehr viel mit Pflanzen und Blüten für die Natur gemacht werden.“ Wiesemann betonte, dass man mit diesem Projekt auch die Menschen sensibilisieren könne.

In Neuenrade ist man mit Blumenwiesen für Insekten gut dabei. Es gibt einige Areale, die inzwischen insektenfreundlich bepflanzt werden, zum Beispiel an der Feuerwehr oder am Schütteloher Weg. Gerade aktuell wurden einige Flächen eingesät. Viele kleine bepflanzte Mini-Oasen gibt es zudem im Stadtgebiet, die von den Ehrenamtlichen der Gruppe Grüner Daumen gepflegt werden – auch der Vorgarten des Rathauses wird von der Truppe bearbeitet. Wiesemann verwies auch auf Projekte der Politik, die den Klimaschutz im Visier hätten.

Jury entscheidet über die Sieger

Wie Margarete Kind erläuterte, hat Klaus Fröhlich den Wettbewerb initiiert. Fröhlich ist in der Arnsberger Stadtverwaltung unter anderem für die Bereiche Baukultur, Stadtentwicklung und Nachhaltiges zuständig.

Eine Jury für Neuenrade ist noch nicht gebildet. Wohl aber sind die Kriterien bekannt für die Beurteilung der Gärten: Ästhetischer Gesamteindruck; Nachvollziehbarkeit der Gestaltung; Verwendung standortgerechter Pflanzen aus der Region; Schaffung eines naturnahen Lebensraumes wie Insektenrückzugsgebiet; Durchgängigkeit der Blütezeiten; Verhältnis zwischen versiegelter Fläche und Bepflanzung. Zudem schaut sich die Jury die Vorgärten persönlich an.

Endrunde mit allen Siegern

Die Sieger aus den einzelnen Städten kommen in eine Endrunde. Dort werden die drei schönsten Vorgärten der Leaderregion Sorpesee ausgezeichnet. Die Preisverleihung ist für das Frühjahr 2022 vorgesehen. Bleibt noch Initiator Klaus Fröhlich zu erwähnen: „In jedem Fall gewinnt die Umwelt und damit wir alle.“

Bis zum 12. September können Vorgartenbesitzer oder -mieter aus den vier Kommunen teilnehmen. Dazu müssen drei aussagekräftige Fotos vom Vorgarten eingereicht und das Teilnahmeformular ausgefüllt werden. Das kann auf der Homepage www.leadersein.de/buntstattgrau geschehen. Bei Fragen hilft Bürgermeister Antonius Wiesemann (Tel. 02392/69320).

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