Neuenrader Kult-Getränk

Der Buba-Bitter wird 30 Jahre alt

+
Der Buba-Bitter (hinten) mit den wichtigsten Zutaten.

Neuenrade - Vor 30 Jahren wurde der erste Buba-Bitter beim Gertrüdchen ausgeschenkt, doch die Wurzeln reichen deutlich weiter zurück. Sogar Bill Clinton soll ihn getrunken haben.

Der Ursprung des Getränks liegt in der Gertruden-Apotheke, die bis 2007 von Bernd Buntenbach geleitet wurde. Drei Tage im Jahr darf die Apotheke Alkohol ausschenken, dank einer Lizenz aus dem Jahr 1835. 

Das Gertrüdchen war damals vor allem ein Pferdemarkt. Über große Teil der Ersten Straße waren die Tiere aufgereiht, erklärt Buntenbach. Weil der Andrang zu groß für die örtlichen Wirte war, wurden Schanklizenzen vergeben, unter anderem an die Apotheke. Ursprünglich war es Schnaps, der zum höchsten Neuenrader Fest ausgeschenkt wurde.

Früher wurde Schnaps getrunken

Als Alexandra Simons 2008 die Gertruden-Apotheke übernahm, bekam sie auch die Schanklizenz und vertreibt den Buba-Bitter seitdem gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Sven Simons, dem die Apotheke am Stadttor gehört. 

Ende des 18. Jahrhunderts, als das ganze Land französisch besetzt war, machten die Soldaten der Besatzungsmacht ihre ganz eigenen Erfahrungen: „Nach jedem Schluck schüttelten sich die Fremdlinge und verließen schließlich schwankend das Haus“, schreibt Bernd Buntenbachs Bruder Klaus in einem Aufsatz zur Geschichte des Gertrudenmarktes.

Dr. Sven Simons (links) und Bernd Buntenbach mit der Abschrift einer Erlaubnis zum Betrieb einer Apotheke.

Ende 1986 jedenfalls übernahm Bernd Buntenbach die Apotheke, die schon sein Vater und Großvater geleitet hatten. Zu seinem zweiten Gertrüdchen als örtlicher Apotheker führte er den Likör ein – nach einem alten Rezept. 

Der Name des Getränks leitet sich aus seinem Nachnamen ab, wie er berichtet: „Wir waren damals vier Jungs zu Hause und wurden von Freunden nur Buba 1, Buba 2 und so weiter genannt.“

So war vor 30 Jahren das Kult-Getränk geboren, das seitdem in der Gertruden-Passage am damaligen Apotheken-Standort ausgeschenkt wird. Die Passage entwickelte sich schnell zu einem der beliebtesten Anlaufpunkte während der drei Festtage.

Schwerer Schneefall und ein lallender Sänger

Das führte zu manchem kuriosen Erlebnis, wie Bernd Buntenbach berichtet: „1990 hat es so geschneit, dass die Stützen für die Überdachung nachts weggeknickt sind.“ Erst danach kam eine massivere Konstruktion, die dem sprichwörtlichen Gertruden-Wetter mühelos standhält. 

In einigen Jahren sei es so windig gewesen, dass alle unter dem schützenden Dach der Gertruden-Passage gestanden hätten. „Ohne die Überdachung gäbe es das Gertrüdchen gar nicht mehr.“

Einige Erinnerungen an das frühere Gertrüdchen und die Apotheke.

Als einmal ein Country-Sänger Musik machte, habe sich Bernd Buntenbach gewundert, „warum der abends nur noch lallte“, obwohl er die ganze Zeit Kaffee getrunken habe. „Ich habe dann bemerkt, dass er stundenlang halb Kaffee, halb Buba hatte.“

Doch nicht nur die Passage, auch das Getränk – das übrigens außerhalb von Neuenrade hergestellt wird – hat manches erlebt: Ob in Tirol, Südafrika oder Amerika – als beliebtes Mitbringsel aus der Hönnestadt wird der Buba-Bitter rund um den Globus getrunken. 

So kam Bill Clinton zum Buba-Bitter

So ist überliefert, dass der ehemalige US-Präsident Bill Clinton sich einen genehmigt habe, als er in den USA in einem Ferienhaus einkehrte, das Bekannten von Bernd Buntenbach gehörte.

Wie viel Buba-Bitter jährlich über den Tresen geht, möchte Bernd Buntenbach nicht verraten – Betriebsgeheimnis. Reich sei er damit aber nicht geworden, denn die Passage verursache eben auch Kosten. „Für mich ist das einfach Tradition.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare