Freitag geht's los

Aufbau-Stress vor dem Gertrüdchen

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Für Alexander Langhoff ist der Aufbau des „Flippers“ ein Novum: Das Fahrgeschäft hat er neu übernommen.

Neuenrade - Alle Zeichen stehen auf Gertrüdchen: Die Schausteller bauen ihre Verkaufs- und Fahrgeschäfte auf, und auch die Verantwortlichen bei der Stadt treffen letzte Vorbereitungen.

Nur scheinbar ruhig ist es in dem Büro im Erdgeschoss des Rathauses. Von hier aus behält Debora Carbone alles rund ums Gertrüdchen im Auge. Seit vier Jahren kümmert sie sich um die Organisation des Volksfestes, ihre Kollegin Sabine Rogoli ist schon deutlich länger dabei. „Ich habe mich von ihr schon ziemlich anstecken lassen“, sagt Carbone.

Seit Dienstag bauen die 22 Schausteller ihre Geschäfte auf dem Schulhof der Burgschule und im Bereich der Parkplätze bei der Volksbank auf. Das bedeutet auch für Debora Carbone den einen oder anderen Kontrollgang. Vor allem die großen Fahrgeschäfte benötigen zwei komplette Tage für den Aufbau.

Debora Carbone zeigt einige der Fahrchips.

Dazu gehört auch der „Flipper“, den die Plettenberger Schaustellerfamilie Langhoff betreibt. Seit fast 50 Jahren kommen die Langhoffs zum Gertrüdchen, doch der „Flipper“ ist für sie eine Herausforderung: Zum ersten Mal wird er unter Langhoffs Regie aufgebaut. Sieben Männer sind dafür eingeteilt, mit drei Fahrzeugen ist das Fahrgeschäft angekommen.

„Da sitzt noch nicht jeder Handgriff“, sagt Alexander Langhoff. Zuvor gehörte das Fahrgeschäft einem Schausteller aus München. Der ist zur Unterstützung extra nach Neuenrade gekommen, wie Langhoff erklärt. „Vorher hat der ‚Flipper‘ auf dem Oktoberfest gestanden.“ Fürs Gertrüdchen hat Langhoff sogar eigene Fahrchips herstellen lassen.

Happy Hour bei den Fahrgeschäften

Apropos Chips: Auch diesmal wird es eine Happy Hour geben, wie Debora Carbone betont. Am Freitag gibt es von 15 bis 15.30 Uhr zwei Chips zum Preis von einem. Die können aber nur am selben Tag eingelöst werden.

Während Debora Carbone sich vom „Flipper“ in Richtung Volksbank bewegt, achtet sie immer wieder darauf, dass die Schausteller auf den ihnen zugewiesenen Plätzen bleiben und dass die Fluchtwege frei sind. Immer wieder bleibt sie für ein kurzes Gespräch stehen.

Beim Laufgeschäft „Time Factory“ kommt Kirmesgefühl auf.

„Es hat etwas Familiäres, wenn man sich nach einem Jahr hier wiedersieht“, erzählt sie. Viele der Schausteller kommen schon seit Jahren zum Gertrüdchen.

Auch für Riccardo Hartmann ist das Gertrüdchen nichts Unbekanntes. Er ist mit dem Laufgeschäft „Time Factory“ gekommen und entstammt einer echten Schausteller-Familie: Seine Mutter kommt seit Jahrzehnten mit dem Hot-Dog-Stand nach Neuenrade.

Zwei Etagen hoch, zehn Meter breit und mit zahllosen bunten Leuchten versehen, strahlt das Laufgeschäft ungefähr das aus, was man als Kirmesgefühl bezeichnen könnte. Im Inneren finden Besucher eine Art Irrgarten vor, der unter anderem 180 Glasscheiben und Spiegel beinhaltet – und die müssen jeden Tag geputzt werden.

Regen ist schlimmer als Kälte

Die angekündigte Kälte sei nicht so schlimm, versichert Riccardo Hartmann. Eher sei es der Regen, der die Menschen vom Besuch abhalte, sagt der Schausteller. „Gegen Kälte kann man sich dick anziehen.“

Ein Blick von Balkon des Rathauses.

Das können Hans-Otto und Franziska Hirsch bestätigen. Das Ehepaar ist aus Schwerte mit seinem „Fliegenden Bus“ angereist. Der sei vor allem bei Regen beliebter als der „Fliegende Teppich“, den die beiden ebenfalls betreiben und der technisch ähnlich aufgebaut ist – bis auf das fehlende Dach. Glaubt man den Vorhersagen, soll es diesmal übrigens weitgehend trocken bleiben.

Unterdessen ist auch im Büro noch genug zu tun, nicht nur im Bezug auf die Schausteller: Auch die Markthändler machen durchaus Arbeit: Manche melden sich erst kurz vor Beginn der Veranstaltung am Samstag, einige stehen sogar morgens unangemeldet an der Schranke. Für die werden, wenn möglich, noch Plätze organisiert. 52 Händler sind angemeldet.

Viele Menschen tragen zum Gelingen bei

Und es sind noch viel mehr Menschen, die zum Gelingen des Gertrüdchens beitragen: Das DRK stellt den Sanitätsdienst, die Müllabfuhr sorgt für ausreichend Tonnen, die Mitarbeiter vom Bauhof für die Reinigung des Festplatzes. Mit der Eröffnung jedenfalls ist die Arbeit noch lange nicht beendet.

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