Auch ohne Corona

Gertrüdchen vor 50 Jahren schon einmal abgesagt: Das war der Grund

+
Schlecht war das Wetter beim Gertrüdchen schon häufiger. 1970 allerdings so schlecht, dass das Volksfest nicht mehr weiter stattfinden konnte.

Neuenrade – Die Neuenrader müssen in diesem Jahr ohne ihr Gertrüdchen-Volksfest auskommen. Coronabedingt hatte Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) dieses bereits Anfang März abgesagt und zu diesem Zeitpunkt für diese Entscheidung teilweise noch heftige Kritik einstecken müssen.

Wenig später zog aber das Land nach und sagte alle Großveranstaltungen ab. Mittlerweile ist nach weiteren Erlassen das öffentliche Leben praktisch komplett zum Erliegen gekommen. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass die Neuenrader Getrüdchen nicht feiern können. Schon vor 50 Jahren fiel das Volksfest zumindest teilweise aus. Das Coronavirus hatte damit - anders als 2020 - natürlich noch nichts zu tun. 

1970 lag es am wenig schönen Wetter im Sauerland. So schrieb unsere Zeitung in der Wochenendeausgabe vom 14./15. März: „Wie pflegt der Volksmund doch zu sagen: Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Doch in Neuenrade ist in diesem Frühjahr der allseits bekannte und beliebte ,Gertrudis-Markt’, im Volksmund auch „Gertrüdchen“ genannt, der derzeitigen Witterung zum Opfer gefallen. Wenngleich die Sonne schon tagsüber ihre wärmenden Strahlen aussendet und dadurch viele wiederum in die Natur gelockt werden, waren gerade die Schausteller heuer anderer Meinung und haben ihr Erscheinen aufgeschoben. 

Freunde des guten Tropfens kommen auf ihre Kosten

Ob Gertrüdchen nun in diesem Jahre überhaupt noch einmal durchgeführt werden kann und dürfte, ist zur Stunde – selbst bei der Stadtverwaltung – noch fraglich. (…) Nur die Freunde eines guten Tropfens werden in der Gertrudenquelle auf ihre Kosten kommen, denn trotz der differenten Nachttemperaturen ist die Quelle weder eingefroren noch versiegt. Den Nicht-Neuenradern sei nämlich gesagt, dass die Gertruden-Apotheke für die ,Festtage’ ein besonderes Privileg besitzt: Sie hat am Markttage die Konzession zum Alkoholausschank und bietet daher edle Medizin nach eigener Hausmarke an.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare