Die Gertrüdchen-Historie

Das Gertrüdchen blickt auf eine sehr, sehr lange Tradition zurück: Denn geffeiert wird das Gertrüdchen nun im 658.Jahr.

Zum Hintergrund: Weil am 25. Juli 1355 Graf Engelbert III. von der Mark der Ansiedlung Rode die Stadtrechte einräumte, hatten die damaligen Stadtbedwohner auch das Recht, drei Jahrmärkte abzuhalten. Das ist somit Grundstein für den alljährlich um den 17. März ("Gertrudis") stattfindenden Viehmarkt, "der von den Neuenradern seit jeher liebevoll Gertrüdchen genannt wird", heißt es in Veröffentlichungen der Stadt. Dieser Viehmarkt habe sich im Laufe der Zeit zu einem weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Pferde-, Kram- und Jahrmarkt, kurz zu einem Volksfest entwickelt.

Bis Anfang dieses Jahrhunderts seien auf dem Getrüdchenmarkt unzählige Pferdekäufe getätigt worden. Es hat sich zudem ein spezielles neuenrader Brauchtum entwickelt: So wird auf Gertrüdchen der legendäre Gertrudenschnaps (Buba-Bitter) in und an der Gertruden-Apotheke ausgeschenkt. "Seinen Ursprung hat das vorzügliche Getränk bereits im 18. Jahrhundert, als der Provisor Franz Vigelius diesen besonderen Tropfen brannte", heißt es. Die Herstellung des Branntweines werde vom jeweiligen Apotheker bis in die heutigen Tage fortgesetzt - Apotheker Sven Simons schenkt den Schnapps aus. Das Aufsuchen der Gertrudenpassage zum Kosten des "Buba-Bitter" ist ein Muss eines jeden Gertrüdchenbesuchers. Reichlich wird davon am sogenannten Gertrüdchen-Heiligabend (Gertrüdchensamstag) verputzt. Dann spielen dort auch Bands, Besucher bekommen kaum ein Bein an die Erde. Dort ist Treffpunkt, dorthin kommen auch viele Ex-neuenrader um dort alte Bekannte zu treffen. Ein Neuenrader Traditionsessen ist an Gertrüdchen auch zu haben: Sauerkraut mit weißen Bohnen, Mettwurst und Speck, dazu ein frisch gezapftes Sauerländer Pils.

Der offizielle Start eines jeden Gertrudenmarktes ist immer am Samstag um kurz vor 10. Viele Neuenrader aber auch Bürger der nachbarstädte lassen sich das Schauspiel nicht entgehen und verfolgen den Auftakt. "Auf dem Balkon des Rathauses gibt der Ausrufer zur Eröffnung des Marktes in Anwesenheit des Bürgermeisters und des für das Fest verantwortlichen Gertrudenkomitees kund: "... Auf dem Wall ist für Kurzweil und Kirmes gesorgt. Schnaps und Bier werden in Maßen angeboten. Abends wird zum Tanz in den Schankwirtschaften aufgespielet. ..."

Für die musikalische Umrahmung des traditionellen Festaktes sorgen der Musikverein Neuenrade und der MGV "Liedertafel" Neuenrade. Pünktlich um 10 Uhr ertönt ein dreifacher Peitschenknall, mit dem dann der Gertrudenmarkt eröffnet ist. Ab diesem Zeitpunkt drehen sich dann die Fahrgeschäfte.

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