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Geringe Anmeldezahlen: Katholische Kita schließt im Sommer 2024

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Von: Peter von der Beck

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Die Kita St. Marien, nur einen Steinwurf vom evangelischen Familienzentrum entfernt, schließt. Während die Kapazitäten im Familienzentrum erweitert werden (wir berichteten), schließt die katholische Kita 2024.
Die Kita St. Marien, nur einen Steinwurf vom evangelischen Familienzentrum entfernt, schließt. Während die Kapazitäten im Familienzentrum erweitert werden (wir berichteten), schließt die katholische Kita 2024. © von der Beck, Peter

Die katholische Kindertageseinrichtung St. Marien Am Semberg schließt im Sommer 2024. Die Eltern der Kindergartenkinder sind bereits informiert.

Ursprünglich sollte Zeit bis 2025 bleiben, doch die Situation, was die Kindergartenplätze im Stadtgebiet Neuenrade anbelangt, ist so gestaltet, dass die Schließung schon ein Jahr eher erforderlich wird.

Wie Pater Kamil Pawlak, Pfarrer der Katholischen Pfarrei St. Michael Werdohl-Neuenrade, auf Nachfrage der Redaktion erläuterte, habe der Kita-Zweckverband im heimischen Bistum Essen all seine Einrichtungen von externen Experten überprüfen lassen, ob gegebenenfalls eine Modernisierung und/oder Aufstockung in Frage komme. Das sei bei der Neuenrader Einrichtung eben nicht der Fall.

Wohl ein Überschuss an Plätzen

War zunächst als Schließungsdatum 2025 avisiert worden, so gab es bei der Planung der Bedarfszahlen in dem Jahr wohl einen erheblichen Überschuss an Plätzen. Pfarrer Kamil Pawlak sprach davon, dass man sich wohl verschätzt habe. Deshalb habe man beim Zweckverband nachgefragt, ob die Einrichtung schon ein Jahr früher schließen könne. Das bestätigte auch Iris Leidel, Gebietsleiterin Märkischer Kreis des Zweckverbandes im Bistum Essen.

Der Großteil der Eltern, die ihre Kinder derzeit in die Kita St. Marien schicken, hätten, so erläuterte es Kamil Pawlak, die Schließung der Einrichtung gefasst aufgenommen. Es seien auch nur sehr wenige Kinder betroffen, welche die Einrichtung im Spätsommer 2024 wechseln müssten. „Es gibt auch keine existenziellen Katastrophen“, sagte Pawlak. Die Schließung der Kita sei natürlich ein Einschnitt. „Aber wir leben und lernen damit umzugehen.“ Nun müsse man sich, was die Arbeit mit Kindern anbelangt, anders aufstellen. Die evangelische Kirchengemeinde in der Hönenstadt geht übrigens einen anderen Weg und baut ihre Kindertageseinrichtung aus.

Pawlak: Trend geht zu viergruppigen Einrichtungen

Es sei laut Pawlak eine generelle Entwicklung, kleinere Einrichtungen zu schließen. „Daher trifft es uns in Neuenrade“, so der Pfarrer. Viergruppige Einrichtungen seien eben aktuell der Trend. Aufgrund der geringen Anmeldezahlen wurde zudem in der Einrichtung inzwischen von zwei auf eineinhalb Gruppen reduziert.

Wie Gebietsleiterin Leidel versicherte, seien die Mitarbeiter beim Zweckverband angestellt. Man sorge dafür, dass die Mitarbeiter in anderen Kitas unterkommen würden. „Wir sprechen mit den Leuten.“ Angesichts des Fachkräftemangels würden sich die Betroffenen wohl die Stellen aussuchen können. Leidel erzählte auch bereitwillig die Hintergründe: Schon 2017 habe man beim Zweckverband das Projekt Kita 4.0 aufgelegt. Alle Standorte seien unter die Lupe genommen worden. Und zweigruppige Einrichtungen wie in Neuenrade seien pädagogisch und wirtschaftlich kaum zu betreiben.

Einrichtung nicht mehr zeitgemäß

Heutzutage habe man auch ganz andere Ansprüche, allein was die Übermittagbetreuung mit Essen anbelange. Es gehe eben nicht, die Kinder aus der Teeküche heraus zu versorgen. Viergruppige Kitas seien am ehestens wirtschaftlich zu betreiben. Doch man schaue nicht nur auf das Geld. „Wir sind auch katholisch.“ Beim Standort Neuenrade sei im Rahmen der Bewertung klar geworden, dass ein Ausbau nicht infrage gekommen wäre. Der Zweckverband hat noch in Plettenberg, Werdohl, Altena oder auch Nachrodt-Wiblingwerde Kitas.

Was nach der Schließung mit dem Kita-Grundstück geschehen soll, ist indes noch nicht klar. Es gebe erste Überlegungen. Möglicherweise werde das Grundstück geteilt. „Aber es eilt nicht“, sagte Pawlak. Weitere Immobilien der Neuenrader Gemeinde St. Mariä warten noch auf die Verwertung. Das große Pfarrhaus mit dem großen Grundstück, welches zwischenzeitlich noch einen heftigen Wasserschaden erlitten hatte, wurde der Obhut eines Maklers übergeben – bislang ohne Erfolg.

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