Reaktionen aus ganz Deutschland

Gender-Kuriosität: In dieser Stadt im MK konnten auch Hunde „divers“ sein

Das Online-Formular zur Hundesteuer in Neuenrade bescherte der Verwaltung ungewollt viel Arbeit.
+
Das Online-Formular zur Hundesteuer in Neuenrade bescherte der Verwaltung ungewollt viel Arbeit.

Das Thema Gender-Vielfalt sorgt offenbar bei vielen für erhöhten Blutdruck und setzt Emotionen frei. Das wird in sozialen Medien auch gerne genutzt, um Klicks und Aufmerksamkeit zu generieren.

Bei Stellenanzeigen gehört es inzwischen zum Pflichtprogramm, nicht nur männlich und weiblich, sondern auch divers dort aufzuführen, um niemanden auszuschließen. Immer häufiger begegnen dem Leser, Zuhörer oder Zuschauer Formulierungen wie *innen oder :innen. In manchen gesellschaftlichen Bereichen gehört das zum guten Ton. Wer nicht mitmacht, kann schnell in die Kritik geraten. Es gibt auf jeden Fall eine gesellschaftliche Diskussion, die von generischem Maskulinum über Identitätspolitik, Verhunzung der deutschen Sprache bis hin zu Wörtersammlungen fürs korrekte Gendern reichen.

Dass die ganze Diskussion emotional behaftet ist, musste jetzt die Neuenrader Stadtverwaltung erfahren. Denn beim Ausfüllen des Online-Formulars zur Hundesteuer konnten bei der Angabe zum Geschlecht des Hundes neben „männlich“, „weiblich“ auch „divers“ und „keine Angaben“ ankreuzen. Zuerst hatte die Bild-Zeitung berichtet und getitelt: „Erste Stadt gendert bei Hundesteuer“. Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) wird dort zitiert, dass er „von nichts gewusst“ habe. Die Folge: Reichlich Reaktionen bekam das Neuenrader Stadtoberhaupt.

Ab sofort kann im Formular für Hundesteuer nicht mehr als Geschlecht „divers“ angegeben werden.

Stadtverwaltung zeigt sich genervt

Bei der Stadtverwaltung zeigte man sich in dieser Woche teilweise genervt und Bürgermeister Wiesemann wollte zu den Reaktionen aus ganz Deutschland gar nichts vermerken. Nur soviel sagte er, dass „die Reaktionen von bösartig bis hin zu belustigt reichten“.

Ursache des Ganzen ist, dass man beim Ausfüllen des Online-Formulars auf eine externe Webseite geleitet wird. Dort sind bei dem allgemeingültigen Portalformular Angaben zu Geschlechtsmerkmalen wohl vorkonfiguriert. Die Möglichkeit, „divers“ anzukreuzen, sei vom Provider bei einem Update aufgespielt worden, sagte der Bürgermeister. Wiesemann veranlasste flott, „divers“ wieder aus dem Formular herauszunehmen. Einige Wochen habe die Möglichkeit bestanden, beim Hundegeschlecht „divers“ anzugeben. Eine Möglichkeit, die aber niemand genutzt habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare