Gemeinschaftsschule: „Es ist tatsächlich geschafft“

Die ersten Möbel wurden gestern bereits eingeräumt. Ab September kommen die ersten Schüler.

NEUENRADE ▪ „Es ist geschafft!“, freute sich Dierk Rademacher. Am Freitag um kurz nach 10 Uhr kam die Nachricht aus Düsseldorf: Die Neuenrader Gemeinschaftsschule ist genehmigt. Am 7. September werden die ersten Schüler dort unterrichtet. „Das ist ein großer Tag für Neuenrade“, freut sich Dierk Rademacher, Hauptamtsleiter der Stadt.

Die Erleichterung im Rat und in der Verwaltung war groß. Seit September hatten sie sich für die Einführung einer Gemeinschaftsschule stark gemacht. „Anders hätten wir den Schulstandort hier auf der Niederheide nie halten können“, erklärt Rademacher. Innerhalb von drei Monaten musste ein Konzept erstellt werden. „Allein dafür braucht man normalerweise mindestens ein ÐreiviertelJahr“, berichtet er weiter.

Der Stolz über den gelungenen Auftakt ist allen Beteiligten deutlich anzumerken. Schließlich hatte jeder Überstunden investiert. „Hätten nicht wirklich alle an einem Strang gezogen, wäre es nie so weit gekommen“, lobt Rademacher. Insbesondere im Rat habe die Parteien einzig das Wohl von Neuenrade interessiert.

Doch Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht. „Klar, haben wir heute Morgen im Rathaus zusammen gesessen und uns gefreut. Aber wir dürfen uns nicht ausruhen“, mahnt Rademacher. Bereits am Samstag, 29. Januar, werden die ersten Interessenten beim Tag der Offenen Tür die Schule begutachten. Die Arbeiten im Gebäude der Hauptschule laufen auf Hochtouren. Es wird gestrichen, eingerichtet und elektronische Tafeln installiert. „Das wird hier Lernen auf höchstem Niveau. Der Raum wird nach einem völlig neuen Konzept eingerichtet“, erklärt Rademacher.

So würden beispielsweise die Schüler in Kleingruppen im Raum aufgeteilt. Mit dem klassischen Frontalunterricht habe das dann nichts mehr zu tun. „Vier bis sechs Kinder arbeiten an einem Thema. Dabei sind die Kinder nicht nach Leistung aufgeteilt. Sie lernen mit- und voneinander." Die Gemeinschaftsschule vereint den Haupt-, Real- und Gymnasialzweig. Die Kinder sollen sich individuell entwickeln können. „Wir wollen hier Fünf- bis Zehntklässler unterrichten. Um auch die gymnasiale Oberstufe bieten zu können, sind wir eine Kooperation mit dem Altenaer Burggymnasium eingegangen“, erklärt Rademacher weiter. Sollte sich ein Schüler also besonders leistungsstark entwickeln, sei ein Wechsel jederzeit möglich. Auch das Lehrerkollegium wird sich aus Lehrern aller Schulformen zusammensetzen. Dabei seien mindestens ein Drittel Gymnasiallehrer. Als nächstes müsse vor allem ein Schulleiter gefunden werden. Dies sei jedoch nicht die Aufgabe der Stadt, sondern der Bezirksregierung

„Das gemeinsame Lernen ist ein zukunftsweisendes Modell, die Hauptschule wird auslaufen und das nicht nur hier auf der Niederheide“, prophezeit Rademacher, jedoch sei sichergestellt, dass die derzeitigen Hauptschüler ganz normal ihren Abschluss dort erwerben könnten.

Drei neue Klassenräume werden zunächst eingerichtet. „Wir wollen dreizügig beginnen. Dafür brauchen wir mindestens 69 Schüler. Die zu bekommen wird die nächste Hürde.“ Doch die Stimmung bei der Neuenrader Elternschaft sei gut, schließlich biete die Schule drei Mal in der Woche eine Ganztagsbetreuung.

Ganz wichtig, so betont Rademacher: Auf der Niederheide seien ab September zwei getrennte Schulen beheimatet. Die Hauptschule laufe nach und nach aus, bis die Gemeinschaftsschule alle Jahrgänge ausfülle. ▪ lm

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