Gemeinschaftsschule: Qualität im Fokus

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Schulleiterin Astrid Tillmann. ▪

NEUENRADE ▪ Die nächste Generation steht schon in den Startlöchern – zumindest können Eltern ihre Kinder bald an der Neuenrader Gemeinschaftsschule anmelden. Schon jetzt gibt es erste Anrufe von Eltern, die sich nach den Formalitäten erkundigen. Auch Eltern aus anderen Städten sind darunter.

Die Anmeldungen laufen von Montag, 13. Februar bis Mittwoch, 15. Februar. Die Bedingungen sind klar: Die Schule wird dreizügig betrieben, dafür müssen sich mindestens 69 Kinder anmelden, höchstens 75 dürfen es für die drei neuen fünften Klassen an Neuenrades weiterführender Schule mit gymnasialen Standards sein. Sechs neue Lehrer werden hinzukommen, die zudem noch weiter für diese besondere Form des kooperativen Lernens ausgebildet werden.

Die Schule hat sich offenbar bestens entwickelt und bekommt von Verwaltung und Politik trotz angespannter Haushaltslage jede mögliche Unterstützung. Und Schulleiterin Astrid Tillmann sorgt zudem für Qualitätsstandards. So hat sie die gegenseitige Hospitation im Unterricht eingeführt, um so eine besondere Kultur der konstruktiven Kritik einzuführen. Sie möchte nicht, dass sich in Methodik und Pädagogik starre Unterrichtsstrukturen einschleichen. Die Kultur der Hospitation habe sich inzwischen auch gegen anfängliche Skepsis nun etabliert, sagte Tillmann.

Tillmann und ihr Kollegium kooperieren nun immer enger mit dem Burggymnasium Altena (BGA). Es geht dabei um den Abgleich der Lehr-Literatur, um den Austausch bei regelmäßigen Fachkonferenzen und sogar der Kontakt zur Partnerschule des BGA in Frankreich soll im Zuge des Französischunterrichts hergestellt werden. Neben der Kooperation mit dem BGA wird auch eng mit der Burgschule zusammengearbeitet– bei der Klassenbildung. Und zu den Lehrern gibt es natürlich einen kurzen Draht. „Der Übergang von Grund- zur Gemeinschaftsschule soll sanft ausfallen“, sagte Tillmann.

Und die Schüler? Die werden zum selbstgesteuerten Lernen erzogen, sollen wissen wie sie eine Mappe führen, wie sie sich auf eine Klassenarbeit vorbereiten, welche Medien sie nutzen können. Auch bei den Schülern wird eine Kultur der Kritik gepflegt: Immer Freitags tagt der Klassenrat nach fester Struktur. Es wird über Probleme der Woche gesprochen und darüber Protokoll geführt. Zusätzlich können die Schüler in der Ganztagsschule aus einer Fülle von Arbeitsgemeinschaften wählen. Das ist jedoch nicht Zwang. Wer Verpflichtungen in Musikschule oder Sportverein hat, kann da freigestellt werden. Auch die Kooperation mit der Kunstwerkstatt bleibt bestehen. Die Schüler haben zudem einen „Lernbegleiter“, den sie „wie ein Heiligtum“ behandeln. Dabei handelt es sich um ein nützliche Kladde, die auch ein wenig das Verhalten des Schülers dokumentiert. Im Lernbegleiter steht der Stundenplan, die Adressen der Mitschüler, hier stehen Mitteilungen an die Eltern, hier können die Eltern Entschuldigungen eintragen. Einmal pro Woche müssen die Eltern den Lernbegleiter sichten und abzeichnen. Auch beim BGA gibt es diesen Lernbegleiter.

Gut entwickelt hat sich die Soziale Lernstruktur in den Klassen. Es gibt das Prinzip des gegenseitigen Helfens und sogar schwache Schüler werden mitgezogen und bringen Leistungen, die man nicht so recht erwartet habe, sagte Tillmann und freut sich.

Anmeldungen für die Gemeinschaftsschule sind von Montag, 13. bis Mittwoch, 15. Februar möglich. Anmeldezeiten sind Montag und Dienstag, von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 15.30 Uhr und an dem Mittwoch von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. Wer Wartezeiten vermeiden möchte, möge sich telefonisch anmelden unter der Rufnummer 02392/50 22 770. Mitzubringen sind Zeugnis, Empfehlung und die Geburtsurkunde.

▪ Peter von der Beck

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