Gemeinde mit Potenzial

NEUENRADE ▪ Eine unangenehme Nachricht musste Pfarrer Harald Steinhoff gleich zu Beginn der Versammlung vor 52 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der evangelischen Gemeinde eröffnen: „Pfarrerin Hentschel wird uns verlassen“. Und das müsse man bei der Erstellung der Gemeindekonzeption für die Evangelische Kirchengemeinde berücksichtigen. Hentschel hat einen auf acht Jahre befristeten Vertrag, die Hälfte der Zeit ist um.

Am Dienstagabend wurden im Evangelischen Gemeindehaus die Ergebnisse der Gemeindebefragung und der Mitarbeiterbefragung präsentiert. Die Daten sollen Grundlage für eine neue Gemeindekonzeption werden. Nun muss auch ohne Hentschel geplant werde. Die Pfarrerin konnte am Dienstag nicht dabei sein, sie war kurzfristig erkrankt.Wie dem auch sei: 62 von 70 Mitarbeitern waren es, die ihre ausgefüllten Fragebögen zurück geschickt hatten; aus der Gemeinde selbst waren es 225 von 900. Ausgewertet wurden diese vom Institut Reiner Reuss, dessen gleichnamiger Inhaber den Prozess der Konzeptionsentwicklung mit begleitet.

Stärken und Optimierungsbedarf stellte er anhand der Präsentation der Ergebnisse dar: So sei es sicher positiv, dass 90 Prozent der Mitarbeiter zufrieden mit ihrer Gemeinde sind – andererseits wurde die eher mittelprächtige Schulnote 3 für die Identifikation mit der Gemeinde von immerhin 40,3 Prozent der Befragten vergeben. Weitere Ergebnisse gaben im Einzelnen Aufschluss darüber, wie die Motivation auch in Sachen der Anerkennung und der Information und Kommunikation gesteigert werden kann. Viel Anerkennung gab es von den Gemeindemitgliedern bei der „großen Befragung“ für die Amtshandlungen, die Gruppen in der Gemeinde und das Familienzentrum. Verbesserungsbedarf sahen sie in der Vernetzung der Gruppen und der Öffentlichkeitsarbeit. „In ungefähr einem Monat wird von uns eine Internetseite erscheinen“, gab der Pfarrer dazu bekannt. Die von der Landeskirche herausgegebene Internetdomäne wird zurzeit den Neuenrader Bedürfnissen angepasst.

Darauf zu sehen ist dann unter anderem das Presbyterium, Informationen aus der Gemeinde und die Konzeption. Dass es dafür Potenzial bei den Mitgliedern gibt, machte Reuss deutlich: „88,4 Prozent der Befragten sind nicht aktiv tätig, aber 28,4 Prozent wären bereit, für einen bestimmten Zeitraum an einem Projekt mitzuarbeiten.“ Diese gilt es zu erreichen, auf dass das Zugehörigkeitsgefühl zur Gemeinde noch gesteigert wird. Aktuell sind es 36,9 Prozent, die dieses bestätigen.

„Wir werden jetzt mit diesen Zahlen und Menschen arbeiten“, stellte Pfarrer Steinhoff das weitere Vorgehen vor. 4388 Neuenrader sind evangelisch, 4596 katholisch, und 3542 gehören anderen oder keinen Konfessionen an. „Wir sind ein Missionsland“, bemerkte er, als er diese Zahlen vom April 2011 (Einwohnermeldeamt) analysierte. Insgesamt hat Neuenrade 12526 Einwohner. Erschreckend sei, was sich bei der Altersklasse bis sechs Jahre eröffnete: 775 gibt es, davon sind 173 evangelisch, 188 katholisch und 414 gehören keiner dieser beiden Konfessionen an. Pfarrer Steinhoff: „Nutzen wir die Chancen, die wir haben.“ ▪ jk

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