Geldstrafe für Diebin

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Justitia.

Neuenrade/Unna - Der Hunger war offenbar groß, das Loch im Portemonnaie auch. Also entschied sich eine Frau aus Neuenrade, die gewünschten Waren für 19,21 Euro in ihrer Handtasche verschwinden zu lassen und sie nicht zu bezahlen.

 Diesen Diebstahl beging sie am 11. Juli vergangenen Jahres in einem Fröndenberger Supermarkt. Folglich fand der Strafprozess, dem sich die Frau stellen musste, im Amtsgericht Unna statt. Mit viertelstündiger Verspätung traf die Angeklagte im Sitzungssaal ein. „Ich hab das gemacht“, gab sie die Tat sofort zu. Dann verlor sie sich in langen Erklärungen, wie es zu der Tat gekommen war. Seit ihrem 17. Lebensjahr habe sie immer gearbeitet.

 Ende 2015 sei sie dann aber gemobbt worden, erlitt ein Burnout. „Ich bin psychisch krank geworden. Dann kam der Alkohol dazu“, sprach die Neuenraderin ganz offen. Sie sei zu gar nichts mehr in der Lage gewesen. Zur Arbeit sei sie nicht mehr gegangen und habe sich dort auch nicht mehr gemeldet. „Ich habe ein Jahr lang keine Post aufgemacht“, berichtet die 31-Jährige. Und so habe sie sich auch nicht darum gekümmert, finanzielle Unterstützung zu beantragen.

 Während dieser Phase hatte die Angeklagte zwei weitere Diebstähle begangen, ihre einzigen Vorstrafen. Im Dezember vergangenen Jahres war ihr wegen Diebstahls von Schnaps ein Strafbefehl über 1250 Euro zugegangen. Diesen bezog das Gericht nun in die aktuelle Entscheidung mit ein.

 Am Ende verurteilte der Richter die Neuenraderin zu einer Gesamtstrafe von 2400 Euro. Inzwischen habe sie gemerkt, dass sie Hilfe brauche, erklärte die Frau. Deshalb sei sie zur Drogenberatung gegangen und habe eine Entgiftung gemacht. Sie wolle ihr Leben wieder in den Griff bekommen, sei jetzt in einem betreuten Wohnen untergekommen. -Von Jana Peuckert

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