"Gehen Sie nicht aufs Gertrüdchen"

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Das Amtsgericht Altena.

Neuenrade - Mit einer Schlägerei beim Gertrüdchen 2017 musste sich der Altenaer Amtsrichter befassen.

Anlass vor dem Besuch des Frühlingsmarktes in Neuenrade zu warnen, fand Richter Dirk Reckschmidt im Amtsgericht Altena: „Gehen Sie nicht aufs Gertrüdchen!“, gab er drei Angeklagten aus Altena mit auf den Weg. Sie hatten in den frühesten Morgenstunden des 19. März 2017 Ärger mit einem 21-jährigen Küntroper bekommen.

Der sollte laut Anklage durch Schläge und Fußtritte eine blutende Lippe, Kopfschmerzen und Blutergüsse erlitten haben. Der 20 Jahre alte Hauptangeklagte beschrieb die Rolle des Küntropers allerdings als eine recht aktive auf dem Weg zum handfesten Konflikt: „Er kam raus und meinte, mich anrempeln zu müssen.“  Nach übereinstimmenden Berichten kam es daraufhin zu einem beleidigenden Wortwechsel, bei dem auch solche Worte wie „Hurensohn“ gewechselt worden sein sollen.

Verbale Scharmützel enden mit Schlägerei

Aus den verbalen Scharmützeln wurde eine Schlägerei, in deren Verlauf der 20-jährige Angeklagte am heftigsten verletzt wurde: Er kam mit einer angebrochenen Nase ins Krankenhaus. Seine Mitangeklagten hätten lediglich „versucht, die Sache zu schlichten“, erklärte er vor Gericht. Dazu passte die recht ehrliche Aussage des Küntropers, der zugab, dass er dem mittlerweile von seinen Freunden festgehaltenen 20-Jährigen noch einen Schlag ins Gesicht versetzt habe. Möglicherweise litt darunter dessen Nase.

 Natürlich waren bei dem Ganzen erhebliche Mengen Alkohol im Spiel, und der Küntroper erinnerte sich sehr wohl an die Schlichtungsbemühungen einer Bekannten mit der Ansage: „Lass gut sein, geh einfach nach Hause – die sind in der Überzahl!“ Vor Gericht stellten sich die Kampflinien während der Keilerei als recht unübersichtlich dar. Es sprach wenig dagegen, dass die zentralen Beteiligten auf beiden Seiten diverse Schläge eingesteckt hatten.

Die Staatsanwaltschaft und Amtsrichter Dirk Reckschmidt verständigten sich deshalb auf eine Einstellung des Strafverfahrens ohne irgendwelche Auflagen – außer eben der Mahnung, das Gertrüdchen nicht für alkoholbefeuerte Prügeleien zu missbrauchen.

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